Fragen & Antworten

Darum wandern hunderte Krabben in Thedinghausen über die Straße

Wollhandkrabben haben auf ihrem Weg ans Meer die Landstraße bei Thedinghausen überrannt. Natürliche Feinde hat die invasive Art nicht – und wird so zu einem Problem.

Ein Krebs auf dem Rasen, der seine Scheren hochstreckt.
Wohin wollen die Krabben?
"Die Weibchen legen ihre Eier im Meer, weil die Larven Salzwasser brauchen. Die wachsen im Salzwasser auf und wenn sie dann groß genug sind, wandern die jungen kleinen Krabben die Flüsse wieder hoch", sagt Martin Rode vom Bund für Umwelt und Naturschutz Bremen (BUND). Die nachtaktiven Tiere wohnen sonst eigentlich im Süßwasser. Wegen eines Wehrs kommen sie in der Weser bei Thedinghausen nicht weiter und setzten ihre Reise über Land fort.
Eine Wollhandkrabbe wurde bei Thedinghausen überfahren
Natürliche Feinde haben die Wollhandkrabben nicht – Autos sind für sie aber eine Gefahr.
Wo kommen die Krabben her?
Die Wollhandkrabben sind normalerweise in China zu Hause. "Sie sind über Schiffe aus Asien nach Europa eingedrungen, haben sich überall ausgebreitet und andere Arten verdrängt", sagt Martin Rode. Natürliche Feinde haben sie nicht. Nur das Auto kann ihnen zur Gefahr werden – wie jetzt auf der Achimer Landstraße, wo diverse Krabben den Tod gefunden haben.
Sind die Tiere in Thedinghausen ein Problem?
Etwas Vergleichbares wie diese Wanderung hat Roland Link noch nie erlebt. Für den ersten Samtgemeinderat von Thedinghausen sind die Krabben ein Problem für die heimische Tierwelt. "Sie fressen alles. Sie fressen Pflanzen, Tiere, Kleintiere, Laich. Sie fressen aber auch an Land alles, was eine gewisse Größe nicht überschreitet. Sie graben Löcher in die Deiche, was ein Problem für die Deichsicherheit sein kann."
Was unternimmt die Gemeinde jetzt?
Thedinghausen lässt die Krabben friedlich ihres Weges ziehen – und sorgt für ein Tempolimit, damit die Krabben nicht zu einem Verkehrsrisiko werden. Spätestens im November ist der Spuk vorbei, dann endet die Paarungszeit.
  • Anna Berkhout

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 17. September 2019, 19:30 Uhr