Illegale Pferdeschlachtung: Was kann man dagegen tun?

Im Bremer Umland sind in den letzten Monaten rund 50 sogenannte Beistellpferde verschwunden. Das haben NDR-Recherchen ergeben. Einige wurden offenbar illegal geschlachtet. Wie können sich Pferdebesitzer, die ihre Tiere abgeben, dagegen schützen?

Pferde auf einer Weide
Wer sein Pferd abgibt, kann sich vor Betrügern nur bedingt schützen. Bild: DPA | Klaus Nowoltnick

Wenn ein Pferd zu alt und zu krank für Reitstunden oder -ausflüge ist, kommt es meist auf einen Hof, wo es einfach auf einer Weide stehen kann – als sogenanntes Beistellpferd. Im Raum Bremen sind zahlreiche Beistellpferde offenbar verschwunden.

Von Fällen wie diesen erfährt die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) meist auch nur aus den Medien. Die FN rät: Wer sein Pferd abgeben will, weil es nur noch als Freizeitpferd genutzt oder gar nicht mehr geritten werden soll, sollte dies keinesfalls auf "gut Glauben“ tun.

Einen vollständigen rechtlichen Schutz gibt es nicht. Für Eigentümer, die ein ehemaliges Turnierpferd beispielsweise an einen Gnadenhof abgeben möchten, bietet die FN einen sogenannten Schutzvertrag an.

Julai Basic, Deutsche Reiterliche Vereinigung

Über einen Schutzvertrag kann beispielsweise geregelt werden, dass das Pferd nicht mehr auf Turnieren eingesetzt werden soll. Auch eine Vertragsstrafe und ein Vorkaufsrecht kann darin festgehalten werden. Bei Vertragsbruch können die Vertragspartner dann Ansprüche vor Gericht geltend machen. "Wer ein tierärztliches Gutachten vorlegt, das besagt, dass ein Pferd aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr im Turniersport einsatzfähig ist, kann vor dem Verkauf bei der FN einen Sperrvermerk für das entsprechende Pferd beantragen. Dann kann ein Pferd nicht mehr für Turniere in Deutschland genannt werden“ so Basic.  Ehemalige Besitzer können über das sogenannte „Nennungssystem“ der FN auch erfahren, ob das betroffene Pferd wieder im Turniersport eingesetzt wird oder erneut den Besitzer gewechselt hat. Entsprechende Nachfragen bekommt die FN aber verhältnismäßig selten: Julia Basic spricht von etwa 5 Fällen im Jahr. Die FN appelliert in dem Zusammenhang an das Verantwortungsbewusstsein der Pferdebesitzer, das sich auch auf das Lebensende des Pferdes erstreckt.

Dieser Verantwortung muss der Mensch stets im Sinne des Pferdes gerecht werden. Das beinhaltet auch die Auseinandersetzung damit, wo und wie mein Pferd seinen Lebensabend verbringen soll. Bei betrügerischen Machenschaften haben wir keine Handhabe und können auch nur an die Polizei verweisen.

Julia Basic, Deutsche Reiterliche Vereinigung

Dieses Thema im Programm: NDR-Fernsehen, Panorama 3, 15. Januar 2019, 21:15 Uhr