Dieser Bremer Akustik-Meister sorgte für den perfekten Klang

Den Schall für ein Gebäude oder einen Raum genau zu berechnen ist sehr kompliziert. Aber der ehemalige Radio-Bremen-Akustiker Heinrich Lüdeke wusste, wie es funktioniert.

Video vom 18. April 2021
Ein altes Tonbandgerät in einem Koffer welches einem Akustiker gehört.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

1 Der Pionier bei Radio Bremen: Lüdekes erstes Werk

Nach dem Krieg und einem abgeschlossenen Ingenieursexamen nahm Heinrich Lüdeke seine erste und letztlich auch einzige Stelle an. Als Entwicklungsingenieur bei Radio Bremen war er der Bastler des Funkhauses. Eines seiner Werke war eine frühe Form des Übertragungswagens.

2 Den Schall berechnen – Lüdeke wusste wie

Damit das Orchester im Konzertsaal richtig klingt, Telefongespräche in Großraumbüros gedämpft sind oder die Stimme der Lehrenden im Hörsaal auch in der letzten Reihe ankam, berechnete Heinrich Lüdeke die Schallgestaltung von Räumen. Wer seiner Zeit einen Akustiker brauchte, fragte bei Radio Bremen an. Die Aufträge landeten bei Lüdeke. So sorgte er, unter anderem, für gute Akustik im Wilhelm-Kaisen-Saal im Konferenzzentrum oder in der sogenannten Keksdose, dem Hörsaalgebäude der Universität Bremen.

3 Das Ehepaar Lüdeke: Gemeinsam an der Arbeit

Oft wurde nachts gearbeitet, weil es dann ruhig war. Seine Frau Eva Lüdeke war immer mit dabei. Sie fuhr den Wagen und assistierte ihrem Mann beim Messen des Echos und den Berechnungen des Schalls. Es kam schon vor, dass sie gemeinsam drei Stunden lang Geräusche simulieren mussten. Eva Lüdeke hat alles mitgemacht.

4 Ein Doppelleben zwischen Schall und Likör

Nach dem Tod von Vater und Bruder übernahm Lüdeke die Schnapsdestille der Familie. Verschriftlicht hatte sein Vater zu Lebzeiten keines der Rezepte. Nach langem Testen gelang es schließlich die richtige Mischung wiederzufinden. Von den 50 Schnäpsen und Magenbittern überdauerte allen voran der "Heini Holtenbeen", dessen Rezept konnte Lüdeke zu seinem Ruhestand verkauften.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 18. April 2021, 19:30 Uhr