Infografik

Darum schwimmt ein Bagger auf dem Grambker See

Der Industriepark wird erweitert, rund 700.000 Kubikmeter Sand werden dafür benötigt. Die kommen aus dem Grambker Sportparksee – ein Spülbagger pumpt den Untergrund heraus.

Der Spülbagger Pirat IX saugt Sand aus dem Grambker See für die Vergrößerung des Industrieparks
Der schwimmende Bagger: Im Auftrag der WFB saugt der Pirat IX unablässig Sand aus dem Grambker See. Dieser wird für die Vergößerung des Industrieparks dringend benötigt. Bild: WFB | Frank Pusch

Im Bremer Industrie-Park sollen neue Straßen und Baugrundstücke entstehen. Und zwar möglichst schnell. Den erforderlichen Baugrund nimmt die Stadt nicht von irgendwo: Die kostbare Landmasse wird aus dem Grambker Sportparksee abgepumpt. Dafür zuständig ist "Pirat IX"; ein sogenannter Spülbagger, der schon rund 50.000 Kubikmeter Sand aus dem Gewässer geholt hat. Diese landen dann direkt vor den Toren Arcelor Mittals; mitten auf dem Gelände des Bremer Industrie-Parks.

Schon seit dem 26. Oktober ist "Pirat IX" im Einsatz – und hat noch viel zu tun. Bis Ende Juni soll er weitere 650.000 Kubikmeter Untergrund befördern. Sand zur Realisierung der fünften Baustufe des Industrie-Parks, im Zuge derer die WFB Wirtschaftsförderung Bremen das 140 Hektar große Areal um weitere 24 Hektar erweitern möchte. "Die Nachfrage ist beträchtlich", begründet WFB-Projektleiter Ray Ivens den Schritt. Bis 2020 soll die neue Gewerbefläche vollständig erschlossen sein.

Grafik zum Volumen des Grambker Sees
700.000 Kubikmeter Sand – eine ganze Menge. Selbst die ÖVB-Arena könnte man damit elf mal befüllen.

Grambker See wird dreimal so tief

Ein Zeitplan, der nur mit dem Bagger zu bewältigen ist. Im Auftrag der WFB wird der Bagger wie eine Art großer Sauger genutzt: Durch ein Rohr saugt "Pirat IX" den Seegrund ein und pumpt das Sand-Wasser-Gemisch über Schwimmleitungen Richtung Baugebiet. Naturschutz- und Badezonen des Sees spart der Bagger dabei jedoch aus. Im Baugebiet angekommen wird der Spülsand sedimentiert und das überflüssige Spülwasser zurück in den See geführt.

Ein recht aufwändiges Prozedere, das einiges an Summen verschlingt: Insgesamt beziffert die WFB die Kosten für das Ausbaggern und Aufschütten des Sandes auf 4,3 Millionen Euro, die aus dem Sondervermögen Gewerbeflächen Bremen und aus Haushaltsmitteln finanziert werden.

Pro Tag fördern die Ingenieure derzeit bis zu 30.000 Kubikmeter Sand-Wasser-Gemisch aus dem See; davon bleibt am Ende etwa 6.000 Kubikmeter reiner Sand. Eine Menge, die etwa 400 Sattelzügen entspricht. An dem See geht das natürlich nicht spurlos vorbei: Statt der jetzigen vier Meter wird die Tiefe des Sees am Ende etwa neun bis 15 Meter betragen – nicht zuletzt zur Freude der DLRG und vieler Wassersportler. Sie versprechen sich einen Rückgang der Algen und Schlingpflanzen von der Vertiefung und glauben, dass der See durch die Baumaßnahmen insgesamt komfortabler und sicherer wird.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 23. November, 19:30 Uhr