Sibirischer und amerikanischer Feinstaub verschmutzen die Arktis

  • Forscher der Mosaic-Expedition haben die arktische Atmosphäre untersucht
  • Der Feinstaub stammt unter anderem von Waldbränden
  • Mit einem neuem Messsystem konnte die Herkunft nachgewiesen werden
Das Forschungsschiff Polarstern ist aus dem Cockpit eines Hubschraubers aus der Luft im Eis zu sehen.
Das Forschungsschiff "Polarstern" aus Bremerhaven ist an der Mosaic-Expedition in der Arktis beteiligt. Bild: Alfred-Wegener-Institut | Stefan Hendricks

Die Atmosphäre der Zentralarktis ist mit Feinstaub aus Sibirien und Nordamerika verschmutzt. Das ergaben erstmals durchgeführte Laser-Messungen während der Mosaic-Expedition des deutschen Forschungseisbrechers "Polarstern" des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts. Die Wissenschaftler fanden in unterschiedlichen Höhen der Atmosphäre Staubschichten, die vom Menschen erzeugt wurden und von Waldbränden stammen sollen. Das deutet den Forschern zufolge darauf hin, dass die obere Atmosphäre im Winter stärker verschmutzt ist als bisher angenommen.

Mit der Messung gehe die Atmosphärenforschung neue Wege: "Der Betrieb unseres laserbasierten Fernerkundungssystems in der Zentralarktis ist bislang einzigartig", erklärt Mosaic-Forscher Albert Ansmann. Noch nie sei Atmosphäre in dieser abgelegenen Region mit dem sogenannten Lidar-System untersucht worden, das wie eine Art Radar aus Laserstrahlen arbeite. "Nur damit können verschiedene Schwebeteilchen bestimmt werden, die aus verschiedenen Quellen wie Waldbränden, Vulkanasche, anthropogener Luftverschmutzung oder der Meeresoberfläche stammen", sagte Ansmann weiter.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 9. Dezember 2019, 15 Uhr