Wo Bremen künstliche Intelligenz vorantreibt

Roboter, Chatbots, Scouting-Software: Bremen will sein Wissen um künstliche Intelligenz vereinen. Wir zeigen, wo die Hansestadt bei KI schon jetzt vorangeht.

Illustration: Menschliche und Roboterhand berühren sich.
In Bremen wird an vielen Orten daran gearbeitet, Maschinen Intelligenz einzuhauchen. Bild: Imago | Ikon Images

1 Just Add AI

Jiri Pavlenka
Torhüter Pavlenka kam mithilfe von KI zum SV Werder. Bild: gumzmedia

Werder Bremen setzt beim Scouting neuer Spieler auf künstliche Intelligenz. Das Unternehmen, das dahinter steckt, heißt "Just Add AI" (JAAI), was übersetzt so viel wie "Füge einfach Künstlich Intelligenz hinzu" bedeutet. JAAI wurde im Sommer 2017 gegründet und wird von Roland Becker geführt. Der Unternehmer ist auch Initiator der Cluster-Initiative Bremen.AI, die Forschungseinrichtungen und Unternehmen in der Region enger miteinander verzahnen will.

2 Blackout Technologies

Zu den Aushängeschildern für künstliche Intelligenz in Bremen gehört Blackout Technologies. Das 2016 gegründete Startup um Gründer und Geschäftsführer Marc Fiedler entwickelt Software, die Robotern eine Persönlichkeit einhaucht. Zum Einsatz kommen diese Roboter, mit denen Menschen Gespräche führen können, beispielsweise auf Messen und in Läden – beispielsweise beim Sportartikelhersteller Adidas. Auch für Altenheime ist der Einsatz der emotionalen Roboter geplant. Im Mai 2018 erhielt Blackout Technologies den Bremer Gründerpreis. Bis Ende des Jahres soll die Mitarbeiterzahl auf rund zwanzig verdoppelt werden.

3 Airbus Bremen

Ein Bildschirm mit einem Gesicht.
Weltraum-Assistent Cimon auf der ISS. Bild: Radio Bremen

Auch in der Raumfahrt ist künstliche Intelligenz gefragt. Airbus Bremen beispielsweise war am Bau von "Cimon" beteiligt. Der Name dieser weißen Kugel mit freundlichem Gesicht steht für Co-Interactive Mobile Companion. Cimon begleitet derzeit den Astronauten Alexander Gerst als Assistenzroboter auf der Internationalen Raumstation ISS. Ausgestattet mit Kameras, vielen Sensoren und komplexer KI-Software, erkennt das schwebende Gehirn, welcher Raumfahrer gerade vor ihm schwebt und mit ihm spricht, gibt Tipps, wie Prozeduren funktionieren und warnt die Crew, wenn einmal etwas schiefläuft. Die künstliche Intelligenz des kleinen Helfers stammt allerdings nicht aus Bremen, sondern vom US-Konzern IBM.

4 Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz

Ein Roboter der DFKI.
Roboter am DFKI. Bild: Radio Bremen

Intelligenz wird Robotern jedoch auch in Bremen eingehaucht. Dafür steht vor allem das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz, kurz DFKI, das seit rund zwölf Jahren am Standort Bremen an künstlichen Intelligenzen tüftelt. Zu den jüngsten Projekten der Wissenschaftler zählt beispielsweise der Spezialroboter Sherpa. Er ähnelt einer Spinne mit zwei Meter langen Beinen auf Rollfüßen. Sherpa soll Orte inspizieren oder aufräumen, zu denen Menschen nicht gelangen können – etwa havarierte Atomkraftwerke. Auch in der Küche wollen die Bremer Forscher dem Roboter zum Durchbruch verhelfen. Und im Roboterfußball ist das Team B-Human Rekordweltmeister, wenn es auch in diesem Sommer bei der WM in Montréal nicht für den Titel gereicht hat.

5 Uni Bremen

Einer der Roboter des Forschungsinstituts "Artificial Intelligence (AI)" an der Universität in Bremen nimmt am 08.03.2017 einen Kochtopf mit zubereitetem Popcorn vom Herd.
Küchenroboter an der Uni Bremen. Bild: DPA | Ingo Wagner

Nicht nur im Roboter-Fußball kooperiert das DFKI eng mit der Uni Bremen. Zahlreiche Studenten sind an der Hochschule auch in anderen KI-Projekten beteiligt. Um die künstliche Intelligenz zu erforschen, hat die Uni eigens das "Insitute for Artificial Intelligence" gegründet. Dort wird Robotern unter anderem beigebracht, mit Pipetten zu hantieren, Cornflakes zuzubereiten oder menschliche Bewegungen und Gesten zu verstehen.

Autor

  • Kristian Klooß Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 23. August 2018, 19:30 Uhr

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