Arktis-Meereis schmilzt auf Beinahe-Rekord

  • Arktis-Meereis bedeckt nur noch 3,9 Millionen Quadratkilometer
  • Es kann noch weiter zurückgehen
  • Die Ausbreitung wird seit 1979 gemessen
Ein Schiff vor einem Eisberg
Mit der "Polarstern" erforscht das Bremerhavener AWI die Arktis. Bild: AWI | Johann Klages

Das arktische Meereis geht offenbar weiter zurück. Wissenschaftler des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) und der Universität Bremen haben ermittelt, dass derzeit nur noch 3,9 Millionen Quadratkilometer der Arktis mit Meereis bedeckt sind. Momentan endet die Schmelzperiode in der Nordpolregion.

Der Wert sei der zweitniedrigste seit den Satelliten-Messungen der Eisausdehnung, die 1979 begannen. 2012 gab es mit 3,4 Millionen Quadratkilometern den bisherigen Negativ-Rekord. Das Eis kann den Wissenschaftlern zufolge in nächster Zeit noch etwas weiter zurückgehen. Auch wenn die Lufttemperatur in der Arktis saisonbedingt mittlerweile wieder unter dem Gefrierpunkt liege, könne die Wärme im Wasser das Meereis von der Unterseite noch ein paar Wochen lang schmelzen lassen. Wenn es in der Arktis in den nächsten Tagen sehr kalt werde, könne das Eis aber auch schon wieder zunehmen.

Wissenschaftler befürchten "einschneidende Konsequenzen"

"Dieses Jahr bestätigt den weiteren langfristigen klimabedingten Rückgang des Eises in der Arktis, womit es immer wahrscheinlicher wird, dass es in ein paar Jahrzehnten eisfreie Sommer in der Arktis geben wird", sagte Christian Haas vom Bremerhavener AWI. Dies bedeute einschneidende Veränderungen für die Arktis mit Konsequenzen für das Klima- und Ökosystem und die Menschen – auch in Europa, sagte Haas weiter.

Das AWI startet zur nächsten Arktis-Expedition

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 13. September 2019, 23.30 Uhr