Archäologische Entdeckung in Bremerhaven-Lehe

Wo ab Herbst ein neuer Kindergarten gebaut werden soll, wurden jetzt Archäologen fündig: Jede Menge Keramik und drei verschiedene Brunnen entdeckten sie hinter der Dionysius-Kirche in Bremerhaven-Lehe.

Gut einen Meter unterhalb der Oberfläche stießen die Archäologen auf einen Feldsteinbrunnen, auf einen Brunnen aus Sandstein und einen sogenannten Fassbrunnen aus Holz. Über den "hervorragenden Erhaltungszustand" vor allem des Holzbrunnens freut sich Landesarchäologe Dieter Bischop. Über das genaue Alter kann er noch nichts sagen – das soll nun durch ein wissenschaftliches Verfahren ermittelt werden. Bischop schätzt aber, dass der Holzbrunnen aus dem 17. Jahrhundert stammt.

Dieter Bischop bei den Ausgrabungen nahe der Großen Weserbrücke, auf dem Gelände vom zukünftigen Neubau des Kühne-und-Nagel-Gebäudes.
Der Landesarchäologe Dieter Bischop wurde in Bremerhaven-Lehe fündig.

Gefunden wurden außerdem zahlreiche Keramikteile und teils verzierte Glasscherben. Auch wertvolle Tapetenfliesen kamen ans Tageslicht – für den Archäologen ein Zeichen dafür, dass an diesem Ort einst wohlhabende Menschen lebten. Die Stelle ist für die Archäologen nicht unbekannt. Vor einigen Jahren waren hier mehrere Urnen aus dem 4. Jahrhundert aufgetaucht.

Die neuen Funde wurden mittlerweile abgetragen und zur weiteren Untersuchung nach Bremen gebracht. In der kommenden Woche soll die Ausgrabung fortgesetzt werden. Weitere Funde sind nicht ausgeschlossen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 4. August 2017, 23:20 Uhr