Bremer Projekt "Astronautin" geht das Geld aus

  • Initiative will deutsche Astronautin zur ISS schicken
  • Ausbildung und Flug kosten rund 50 Millionen Euro
  • Bislang sind erst 69.000 Euro an Spenden gesammelt
Ein Astronaut bei einem Weltraumspaziergang
Der deutsche Astronaut Alexander Gerst bei einem Ausseneinsatz an der ISS. Geht es nach der Bremer Initiative soll 2020 eine Frau zur ISS starten. Bild: ESA/NASA | Alexander Gerst

Im Jahr 2020 soll die erste deutsche Astronautin zur internationalen Raumstation ISS aufbrechen: Das ist das erklärte Ziel des Projekts "Astronautin", das die Bremer Raumfahrtmanagerin Claudia Kessler 2016 ins Leben gerufen hat. Begleitet von großem öffentlichen Interesse wurden 2017 zusammen mit dem deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Airbus zwei geeignete Kandidatinnen ausgewählt: Unter 400 Bewerberinnen entschied sich die Initiative für die Meteorologin Insa Thiele-Eich und die Eurofighter-Pilotin Nicola Baumann. Letztere stieg im Dezember überraschend aus. Für sie rückte die Astrophysikerin Suzanna Randall nach.

Rednerin vor Astronautinnen-Schriftzug
Die Gründerin der Initiative, Claudia Kessler, hofft auf weitere Spenden. Bild: DPA | Ingo Wagner

Die beiden Frauen sollen jetzt für die Mission fit gemacht werden, doch das kostet Geld. Etwa 50 Millionen Euro sollen Ausbildung und Flug kosten. Eine Summe, die komplett über Spenden finanziert werden muss. Und genau das ist derzeit das Problem: Es fehlt an Sponsoren. Gerade einmal knapp 69.000 Euro konnte Claudia Kessler über Crowdfunding im Internet einsammeln. Und diese Summe ist inzwischen aufgebraucht.

Langsam wird jetzt die Zeit knapp. Spätestens 18 Monate vor dem Abflug müsste die Ausbildung der beiden Kandidatinnen starten. Claudia Kessler hofft, dass durch den bevorstehenden zweiten Flug des deutschen Astronauten Alexander Gerst zur ISS auch die Initiative "Astronautin" neuen Schwung bekommt.

Bis Anfang Oktober hat die Bremerin sich eine Frist gesetzt. Dann kommt die Branche auf dem weltweit größten Raumfahrtkongress in Bremen zusammen. Bis dahin soll feststehen, wie es weitergeht.

In den letzten zwei Jahren haben wir irre was erreicht. Doch damit können wir uns nicht zufrieden geben.

Claudia Kessler, Gründerin der Initiative "Astronautin"

Trotz aller Problem sieht Kessler das Projekt aber bereits jetzt als Erfolg. Durch die mediale Aufmerksamkeit und durch zahlreiche Vorträge der "Astronautinnen" in Schulen und auf Konferenzen sei es gelungen, junge Mädchen und Frauen für Raumfahrt und Technik zu begeistern.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 19. April 2018, 23:20 Uhr