Stille, die man sieht – Schnee in Bremen

Wie ein leiser Atemzug: Wenn Schnee fällt, breitet sich Ruhe aus. Wir Bremer freuen uns vor allem über Schnee, weil er bei uns so selten ist. Sonntag war es wieder so weit. Wir haben die Bilder und Wissenswertes zusammengetragen.

Eingeschneite Stühle und Tische
Wohltuende Ruhe strahlt die winterliche Nacht aus.

1 Wie entsteht Schnee?

Schneeflocken bestehen aus mehreren Eiskristallen. Diese bilden sich, wenn in den Wolken Wassertröpfchen bei hohen Minustemperaturen etwa an ein Staubkörnchen andocken. Weil sich Wassermoleküle in bestimmten Winkeln aneinanderlegen, sind Schneekristalle in der Regel sechseckig.

2 Wenn Schnee aus Wasser entsteht – warum ist er dann weiß?

Im Schnee verbinden sich winzige Eiskristalle, die für sich genommen transparent sind. Wenn aber viele Kristalle geballt auftreten, entstehen unzählige kleine Oberflächen, die das Licht in alle Richtungen reflektieren – vergleichbar mit einem Haufen Spiegelscherben. Zudem wird bei Schneeflocken das Licht an der Grenze zwischen Eis und Luft in den Hohlräumen abgelenkt. Spiegelungen und Brechungen bewirken, dass Schnee milchig weiß erscheint.

3 Wie groß können Flocken werden?

Wissenschaftler aus Göttingen haben herausgefunden, dass sich Eiskristalle zu formen beginnen, wenn sich mindestens 275 Wassermoleküle verbinden. Ein für das Auge sichtbarer Kristall enthält bereits 1 Trillion Moleküle – eine 1 mit 18 Nullen. Viele Kristalle haken sich zu einer Schneeflocke ineinander, die je nach Wetter unterschiedlich groß sein kann. Es gilt: Je milder die Minustemperatur, desto eher sind größere Flocken möglich.

4 Wie schwer ist Schnee?

Häufig rieselt er ganz leicht vom Himmel – doch Schnee kann ein massives Gewicht erlangen und Hausdächer zum Ein- oder Bäume zum Umstürzen bringen. Es kommt dabei auf die Beschaffenheit an. So wiegt ein Kubikmeter trockenen Pulverschnees zwischen 30 und 50 Kilogramm. Wenn dieser sich im Laufe der Zeit am Boden verdichtet und immer feuchter wird, kann ein Kubikmeter schon mal eine halbe Tonne auf die Waage bringen.

5 Wie leise rieselt der Schnee?

Ob Schneesturm oder sanftes Niedersinken – die Lautstärke ändert sich je nach Art des Niederschlags. Wenn das Wetter keine Kapriolen schlägt, werden für Schneefall etwa 10 Dezibel gemessen – ungefähr so viel wie bei normalem Atmen. Eine Armbanduhr tickt schon doppelt so laut. Außerdem gibt es das Phänomen, dass bei Schneefall die ganze Umwelt leiser wird. Frischer Schnee wirkt nämlich wie ein Dämpfer, der Schallwellen verschluckt. Geräusche werden von Pulverschnee kaum reflektiert – sie finden aus den vielen Hohlräumen und dem Labyrinth von Eiskristallen nicht mehr heraus. Die feste Decke von hartem und verharschtem Schnee wirft aber Schallwellen wieder besser zurück.

6 Kann es auch auf anderen Planeten schneien?

Nicht nur auf der Erde gibt es Schnee, der aus Wasser besteht. Dass er auf der Mars-Oberfläche vorkommt, ist schon lange bekannt. Jüngst fanden französische und US-Forscher in Wettersimulationen heraus, dass über den roten Planeten bisweilen sogar turbulente Schneestürme fegen. In kalten Nächten kann selbst das wenige Wasser der dünnen Atmosphäre lokal über kurze Zeit als heftiger Schnee fallen. Daneben gibt es in unserem Sonnensystem Monde, auf denen Schnee fällt – dort allerdings nicht aus Wasser: Beim Saturnmond Titan ist es Methan, Schwefel-Schnee rieselt auf dem Jupitermond lo.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 8. Dezember 14:55 Uhr