Infografik

Frostige Kälte, Tornado, Starkregen: So war das Bremer Wetter 2021

Ein Regenbogen spannt sich über die Weser und die Überseestadt.
Bremen blieb dieses Jahr weitestgehend von Extremwetter-Ereignissen verschont. Bild: DPA | Sina Schuldt

Das Wetter hat Deutschland dieses Jahr mit der Flutkatstrophe im Sommer geprägt. Wir ziehen zum Jahresende Bilanz: Wie war das Wetter eigentlich in Bremen und was sagt uns das?

1 Winter bisher durchschnittlich

Der meteorologische Winter definiert sich durch die Monate Dezember, Januar und Februar. Entsprechend ist der Winter 2021/2022 erst zu einem Drittel rum und daher zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht aussagekräftig, erklärt ARD-Meterologe Alexander König. "Der Dezember verlief im Mittel insgesamt relativ durchschnittlich", sagt er. Im Dezember gab es in Bremen bisher elf Frosttage und drei Eistage, in Bremerhaven waren es sechs Frosttage und drei Eistage. Als Eistag ist ein Tag definiert, an dem die Lufttemperatur unter 0 °C bleibt. Bei einem Frosttag liegt das Minimum der Lufttemperatur unter 0 °C.

Direkt Anfang des Jahres wurde es im Land Bremen jedoch klirrend kalt: Die tiefste gemessene Temperatur lag 2021 in Bremen bei -15,8°C am 13. Februar. In Bremerhaven gab es die am 31. Januar 2021 mit -9,7°C.

Temperatur in Bremen und Bremerhaven 17.06.202117.06.2021Bremerhaven 33,8°Bremen, 33,3° 13.02.202131.01.2021Bremerhaven -9,7°Bremen, -15,8°

2 Sommer: Mehr Sonnenstunden als im langjährigen Mittel

Ein Sonnenblumenfeld im Sonnenschein
2021 brachte keine neuen Hitzerekorde, aber der Sommer war besser als allgemein angenommen. Bild: Imago | Ralph Peters

Auch wenn dieser Sommer nicht so warm und sonnig war wie in den Rekordjahren 2019 und 2018, so gab es trotzdem einige warme Tage und verglichen mit dem langjährigen Mittel auch ausreichend Sonnenstungen. Was dieses Jahr zum Glück ausblieb war die Dürre, es gab weder in Bremen noch in Bremerhaven eine Hitzewelle. Hitzewellen definieren sich dadurch, dass es an mindestens drei Tagen in Folge 30 Grad oder mehr hat.

Dieses Jahr gab es in Bremen nur zwei Tage, die über die 30°C-Marke kletterten. Der heißeste Tag war der 17. Juni mit 33,3°C. In Bremerhaven gab es einen 30er-Tag, ebenfalls der 17. Juni mit 33,8°C. Bis jetzt gab es in Bremen 1.566,3 Sonnenstunden, das entspricht 106 Prozent des langjährigen Mittels. In Bremerhaven waren es 1.429,2 Sonnenstunden (97 Prozent des langjährigen Mittels). Vergleiche zum langjährigen Mittel beziehen sich auf die Referenzperiode 1961 bis 1990.

3 So nass war es 2021 in und rund um Bremen

Schlagartig wurde es dunkel und der Starkregen wütete.
Ein Wetterphänomen, an das wir uns langsam gewöhnen: Starkregen. Bild: Radio Bremen

Viele Bundesländer waren in diesem Jahr schrecklich von Fluten und Starkregen betroffen. Als die Unwetter in Deutschland im Sommer wüteten, waren Bremen und Bremerhaven oft auf der niederschlagsärmeren Seite. "Zum Zeitpunkt der Sturzfluten im Juli in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz lag der Schwerpunkt des Regens in den eben gerade erwähnten Bundesländern", erklärt König. Aber auch in und rund um Bremen sorgten heftige Gewitterschauer für höhere Regenmengen: 47,1 Liter/Quadratmeter (l/qm) in 24 Stunden waren es beispielsweise in Aurich. In Bremen kam mit 6,3 l/qm eher wenig an. Bis zum jetzigen Zeitpunkt fielen in Bremen mit 609,2 l/qm, 88 Prozent des langjährigen Mittels. In Bremerhaven hingegen sind es mit 732,4 l/qm 98 Prozent des langjährigen Mittels.

Nach aktuellem Stand wird das Land Bremen wahrscheinlich eher als eine der niederschlagsarmen Regionen das Jahr 2021 beenden.

Alexander König, Meterologe beim ARD-Wetterkompetenzzentrum

Unwetter gab es in unserer Region aber auch: Im Juni ein starkes Hagelgewitter, was in Emden Schäden und hohe Regenmengen mit vollgelaufenen Kellern brachte. Die höchsten Regenmengen eines Tages gab es in Bremen und Bremerhaven am 16. August. An diesem Tag sorgten kräftige schauerartige Regenfälle zweier Kaltfronten dafür, dass sich die 24 Stunden-Regenmenge auf 20 l/qm in Bremen und bis zu 43,7 l/qm in Bremerhaven summierten. In Beverstedt im Landkreis Cuxhaven gab es innerhalb von 24 Stunden gar 73,1 l/qm. Das entspricht sonst der durchschnittlichen Menge für einen Monat.

Jährliche Niederschlagsmenge im Land Bremen

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"Starkregenereignisse sind meist so lokal, dass die Extremwerte oft nicht von Wetterstationen erfasst werden", erklärt König. In Bremen liefen am 10. September zahlreiche Keller voll. Nach Auswertung von Radarbildern fielen in manchen Stadtteilen rund 30 Liter Regen innerhalb von nur einer Stunde.

4 Das extremste Wetterereignis der Region 2021

Am extremsten war in der Region der Tornado am 16. August im ostfrisischen Großheide. In Bremen gab es 25 Tage mit stürmischen Böen, in Bremerhaven 36 Tage. Am 21. Januar wurde in Bremen eine schwere Sturmböe der Stärke 10 gemessen. Sie war 98,3 Kilometer pro Stunde (km/h) schnell. In Bremerhaven war die schwerste Sturmböe eine Orkanböe der Stärke 12 mit 118,1 km/h.

Windstärke in Bremen und Bremerhaven 2021 21.01.2021Schwere SturmböeStärke 10Bremen: 98,3 km/h 21.01.2021OrkanböeStärke 12Bremerhaven: 118,1 km/h

Einzigartiges Frühwarnsystem für Blumenthaler Überschwemmungsgebiet

Bild: Radio Bremen



Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 30. Dezember 2021, 19:30 Uhr