Kampf gegen Geldwäsche: Sportwettbüros in Bremen droht Schließung

Monitore mit Sportübertragungen in einem Wettbüro.

Bremer Sportwettbüros droht Schließung

Bild: Radio Bremen
  • Sportwettbüros in der Stadt Bremen droht die Schließung
  • Grund ist Vorgehen der Innenbehörde gegen Geldwäsche
  • Finanzierung für Gründung soll transparent werden

In der Stadt Bremen könnte es bald keine Sportwettbüros mehr geben. Grund dafür ist eine neue Strategie, mit der die Bremer Innenbehörde gegen Geldwäsche vorgehen will. Laut einer Risikoanalyse der Bundesregierung von 2019 sind Wettbüros anfällig für das Waschen von Geld aus dem kriminellen Milieu. Deshalb müssen jetzt alle Veranstalter von Sportwetten in Bremen nachweisen, woher ihre Geschäftspartner das Geld für die Gründung einzelner Sportwettbüros haben.

Die Bremer Innenbehörde hat die Veranstalter in den vergangenen Monaten dazu aufgefordert, entsprechende Nachweise vorzulegen. Die Nachweise seien bislang von keinem Veranstalter eingereicht worden, heißt es aus der Behörde. Bis Anfang August haben die Veranstalter noch Zeit. Sollten dann keine Nachweise vorliegen, gilt der Betrieb der einzelnen Wettbüros als illegal und sie müssen schließen.

Nach Angaben der Innenbehörde sind derzeit vier Veranstalter in Bremen aktiv: Tipico, Happybet, Tipwin und Xtip. Zehn Betreiber arbeiteten in Bremen als Franchiseunternehmer für die Veranstalter und betreiben ein oder mehrere Sportwettbüros.

Bislang waren 24 Wettbüros in Bremen geduldet

In der Stadt Bremen waren bislang 24 Wettbüros rechtlich geduldet. Nach dem Glücksspielstaatsvertrag müssen jetzt alles Wettbüros von den Behörden genehmigt werden. Die Veranstalter hatten entsprechende Anträge für die 24 Wettbüros eingereicht. Außerdem wollten sie acht weitere Wettbüros eröffnen. Die Innenbehörde hat jetzt alle 32 Anträge abgelehnt. Der weitere Betrieb der Wettbüros stellt damit illegales Glücksspiel dar. Wenn die Veranstalter nicht bis Anfang August die geforderten Nachweise vorlegen, woher das Geld für die einzelnen Wettbüros stammt, müssen die Wettbüros schließen – was zur Not die Polizei übernehmen soll.

Der Erlass betrifft nicht die Stadt Bremerhaven. Dort würden derzeit die Anträge von drei Veranstaltern noch bearbeitet. Die Veranstalter wollen dort fünf Sportwettbüros von vier Betreibern genehmigen lassen.

Innensenator Mäurer geht davon aus, dass die Veranstalter nun gerichtlich gegen die Ablehnung ihrer Anträge vorgehen werden. Schließlich gehe es um viel Geld.

Wir betreten mit unserer Initiative rechtliches Neuland. Das ist immer ein gewisses Risiko. Aber das ist es uns wert.

Innensenator Ulrich Mäurer

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, , 27. Juli 2022, 12 Uhr