Interview

Bremerhavens neuer Wespen-Berater erklärt: "Wespen sind trottelig"

Eine Wespe sitzt auf einem Stück Himbeerkuchen.

So hilft Bremerhavens neuer Wespen-Experte bei aggressiven Tieren

Bild: DPA | Imagebroker/Karsten Hennig

Die Bremerhavener können sich bei Problemen mit Wespen und Hornissen ab sofort an Frank Krein wenden. Hier erklärt der Hobbyimker, wie gefährlich Wespen wirklich sind.

Bei Sonnenschein waren in den vergangenen Wochen schon die ersten Wespen unterwegs. Nicht jeder freut sich über die brummenden Tierchen, schon gar nicht, wenn sie auf dem Kuchenteller landen. Die Bremerhavener können sich bei Problemen mit Wespen und Hornissen ab sofort an Frank Krein wenden. Der Hobbyimker hat sich zum Experten für die Insekten ausbilden lassen. Der ehrenamtliche Berater ist bei Problemen über die Untere Naturschutzbehörde beim Umweltschutzamt der Stadt zu erreichen.

Ein Mann sitzt auf einem roten Sofa.
Hobbyimker Frank Krein hilft jetzt auch bei Problemen mit Wespen. Bild: Radio Bremen | Sabine Krüger
Herr Krein, warum sind die Wespen jetzt schon bei gutem Wetter unterwegs?
Das sind Königinnen, die jetzt ausfliegen, um mit dem Nestbau zu beginnen. Das ist also der erste Schritt.
Das heißt, die besiedeln nicht ihre alten Nester wieder?
Nein, die bauen im Regelfall immer wieder neu. Das mag zwar sein, dass der ein oder andere Ort besonders toll war und sie dort wieder hingehen, aber sie werden das Nest nicht wieder besiedeln.
Was sind denn gute Plätze für Nester? Dann kann man sich schon mal darauf einstellen, wo die vielleicht im oder am Haus auftauchen.
Das kann man nicht klar festlegen, denn es gibt 13 verschiedene Sorten von Wespen in Deutschland, die auch unterschiedliche Standorte bevorzugen. Man hat also Wespen, die sowohl in Gebäuden sein können, aber auch in Büschen oder auf Bäumen.
Eine Hornisse fliegt über einen verfaulten Apfel.
Hornissen gehören auch zu den Wespen. Bild: DPA | Blickwinkel/R. Sturm
Welche Wespen sind das denn, die uns so nerven und gerade im Spätsommer ans Marmeladenbrot wollen? Da hat man ja das Gefühl, die werden richtig aggressiv.
Also diejenigen, die man dann auch normalerweise im Sommer und Spätsommer sieht und die auch vielleicht nerven, das sind die sogenannten echten Wespen, die aus Langkopf-Wespen bestehen, Kurzkopf-Wespen und aus der Hornisse. Die Hornisse ist nämlich auch eine Wespe, was viele Leute nicht wissen.
Wie aggressiv und gefährlich sind denn Wespen?
Die sind nicht aggressiv, die sind eher trottelig, würde ich sagen. Davor muss man keine Angst haben. Das ist auch letztlich meine Aufgabe als Wespen- und Hornissenbeauftragter, den Bürgern die Ängste vor diesen Tieren zu nehmen. Denn die Giftigkeit und auch die Gefährlichkeit sind nicht in dem Umfang vorhanden.
Eine Wespe sitzt auf einem Apfel.
Die Gemeine Wespe steht auf Süßes. Bild: DPA | Blickwinkel/A. Hartl
Warum sind die denn im Spätsommer so aufdringlich?
Das ist die letzte Entwicklungsphase der Wespen. Deswegen tauchen sie eben besonders auf dem Kuchen im Spätsommer auf. Sie brauchen dann speziell das Süße. Das betrifft letztlich auch nur zwei Wespen-Sorten, das sind die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Die anderen haben überhaupt kein Interesse an Süßem.
Und wenn Sie mich jetzt zu sehr nerven und ich entdecke das Nest auf dem Dachboden oder im Rollladenkasten – was kann ich tun? Weghauen darf ich das ja nicht.
Das kann man so nicht sagen. Es ist so, dass sie zwar nach dem Bundesnaturschutzgesetz unter Schutz gestellt sind, aber sie genießen keinen besonderen Schutz. Aber als Wespen- und Hornissenberater sollte man dann eben auf den Bürger zugehen und versuchen, dass der Standort für die Wespe erhalten bleibt. Denn die Wespen werden ja irgendwann im Herbst, spätestens im November, verschwunden sein. Das ist eine begrenzte Zeit.
Und bis dahin wäre es am besten, wenn ich das Zusammenleben mit der Wespe irgendwie erlerne. Und da können Sie mir helfen?
Da würde ich versuchen zu helfen. Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich vielleicht auch eine Anflugschneise einer Wespe ein bisschen so schützen, dass keine Gefährdung für die Bevölkerung da ist.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Tag, 28. März 2022, 13:10 Uhr