Bremerhavener Biologin sagt der Plastik-Produktion den Kampf an

Sortierte Verpackungsabfälle stehen gepresst neben einer Halle, nachdem sie in der Sortieranlage des Entsorgungsunternehmens Remondis getrennt worden sind.
Bild: DPA | Rolf Vennenbernd
  • Forscherteam fordert Reduktion der Plastik-Produktion
  • Recycling allein sei keine Lösung für das Plastikmüll-Problem
  • Einige Meeresgebiete sind überlastet mit Mikroplastik

Recycling allein sei keine Lösung für das Plastikmüll-Problem, sagt Melanie Bergman vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven. Es helfe nur eins: die Produktion von Plastik weltweit drastisch herunterzufahren.

Das fordert ein internationales Forscherteam um Biologin Bergmann in einem Brief an die Fachzeitschrift "Science". Hintergrund ist das UN-Plastikabkommen, das ab dem 30. Mai verhandelt wird.

Umweltfolgen seien kaum noch abzuschätzen

Die Forschenden fordern, das Problem an der Wurzel anzugehen, indem die Herstellung von neuem Plastik gedrosselt und nach und nach heruntergefahren wird. Es reiche nicht mehr aus, mehr zu recyceln und Abfälle besser zu entsorgen, so die Forschenden. Auch dann würden immer noch mehr als 17 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr in die Natur gelangen. Bereits jetzt werde so viel Plastik produziert, dass die Umweltfolgen nicht mehr abzuschätzen und zu regulieren seien.

In einigen Meeresgebieten werde schon jetzt der Schwellenwert für Mikroplastik überschritten. Die Vereinten Nationen hatten im März ein Mandat für ein globales Plastik-Abkommen beschlossen. 2024 soll die internationale Vereinbarung verabschiedet werden.

Bremerhavener Forscher verfolgen Plastik-Müll bis in die Arktis

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 28. April 2022, 22 Uhr