Weihnachten in Bremen: Was geht und was nicht

Bild: DPA | Tom Weller

Keine zwei Wochen mehr, dann ist Weihnachten. Ausgerechnet zum wichtigsten Fest des Jahres fehlt wieder die Planungssicherheit. Ein vorsichtiger Ausblick.

Eben noch Warnstufe 0, plötzlich schon wieder 2. Oder gar bald 3? Wie soll man da Weihnachten planen? Fakt ist: Selbst Familienbesuche lassen sich derzeit nur mit weichem Bleistift verabreden. Doch was steht jetzt schon fest und wie kann man sich gut wappnen?

1 Das Familientreffen

Der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb im Interview.
Epidemologe Zeeb rät zu einem "kleinen Weihnachtsfest" im engen Familienkreis unter 2G-Regel. Bild: Radio Bremen

Egal, welche Warnstufe und damit Regel gilt: Von großen Familientreffen rät der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb weiterhin ab. Alle Familienmitglieder einzuladen ist aus seiner Sicht nach wie vor nicht empfehlenswert. Grundsätzlich aber im kleinen Kreis Weihnachten zu feiern sei durchaus machbar. Vor allem, wenn man geimpft ist und nach wie vor vorsichtig agiert. Gerade angesichts neuer Virus-Varianten müsse jeder das Risiko am Ende selbst einschätzen, so Zeeb.

Die Impfung ist länger als ein halbes Jahr her und der Booster-Termin ist erst im Januar oder Februar? Für Zeeb ist das kein Drama: "Es ist grundsätzlich kein kompletter Beinbruch, dass man dann eine abnehmende Impfwirkung hat. Es ist nicht so, dass man komplett ungeschützt ist."

Wichtig sei, durch eine Impfung vor schweren Krankheitsverläufen möglichst bewahrt zu werden – und damit vor einer Hospitalisierung und Langzeitfolgen der Erkrankung. Und das sei auch nach der Frist von sechs Monaten bei Geimpften unter 80 Jahren meist weiterhin gegeben. Wer allerdings die Chance hat, sich jetzt noch boostern zu lassen, sollte aus seiner Sicht dieses Angebot möglichst noch vor Weihnachten nutzen.

Für Ungeimpfte werden es vermutlich einsame Weihnachten: Treffen sind im privaten oder öffentlichen Raum auf den eigenen Haushalt und zwei weitere Personen beschränkt – sobald Ungeimpfte dabei sind. 

2 Der Kirchgang

Mann vor Kirchenportal hält Mund-Nasen-Schutz in die Höhe.
Kein Kirchgang ohne Maske: Daran erinnert der evangelische Pastor Bernd Kuschnerus alle Bremer Gläubigen. Bild: Radio Bremen

Pastor Bernd Kuschnerus von der Evangelischen Kirche Bremen plädiert dafür, sich möglichst impfen zu lassen. Gottesdienste würden in einem sicheren Rahmen stattfinden: "3G ist derzeit das Konzept". Die Maske gehört also weiterhin in jedem Fall zum Kirchgang dazu, wie das Gesangbuch. Außerhalb der Kirche gelte bei kirchlichen Events die 2G-Regel oder sogar 2G plus. Und Anmeldungen sind inzwischen vielerorts die Regel: Über das Anmeldeportal des St.Petri Doms sind beispielsweise noch Plätze für die Weihnachts-Gottesdienste buchbar.

Kuschnerus freut sich darüber, dass die Gemeinden schon letztes Jahr viel Einfallsreichtum bewiesen haben mit vielen kleinen Gottesdiensten statt weniger großen Messen und auch Outdoor-Events ersonnen haben: "Die haben ganz viel tolle Sachen entwickelt", meint Kuschnerus und sieht auch dieses Jahr großes Engagement in diese Richtung. Und er appelliert, sich ein berühmtes Vorbild zur Weihnachtszeit zu nehmen: "Jesus war außerordentlich achtsam mit den Menschen um sich herum. Und das empfehle ich."

3 Die Weihnachtsbesuche

Wer Verwandtschaft oder Freunde über die Weihnachtszeit in anderen Bundesländern oder gar im Ausland besuchen will, der wird nur sehr kurzfristig planen können. Denn je nach Pandemie-Lage können sich Besuchsregeln schnell auch verschärfen. Grundsätzlich sind zu Weihnachten also Treffen auch von mehr als zwei Hausständen möglich. Also auch der Besuch der Eltern in der alten Heimat.

Das kann sich aber schnell ändern, wie diese Woche gesehen in Niedersachsen mit seiner neu beschlossenen "Weihnachtsruhe". Dort soll es von Heiligabend bis zum 2. Januar landesweit verschärfte Corona-Maßnahmen geben.

Es empfiehlt sich, einen Damm zu erhöhen, wenn das Hochwasser noch nicht da ist.

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, spricht in der Landespressekonferenz im niedersächsischen Landtag.
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen

Das Corona-Infektionsniveau in Deutschland, aber auch in Niedersachsen sei laut Weil zu hoch und müsse gesenkt werden. Und es gelte auch, neue Virus-Varianten nicht weiter zu verbreiten. In das selbe Horn bläst auch der Bremer Epidemiologe Zeeb.

Omikron ist schnell.

Epidemiologe Hajo Zeeb blickt in eine Kamera
Hajo Zeeb, Bremer Epidemologe

Von regelrechtem Feier-Hopping rät Zeeb ab. Denn je größer der Kreis der Menschen, die man in kurzen Abständen trifft, je größer die Wahrscheinlichkeit, dass sich so doch ein Ansteckungsgeschehen entwickelt. "Es geht weiter darum, Kontakte zu reduzieren", sagt er. Wenn Treffen, dann empfiehlt er, auch im privaten Kreis einfach die 2G-Regel freiwillig zu beachten und beim Besuch von außerhalb durchaus auch einfach mal den Test in Erwägung zu ziehen.

Wie sollen wir Weihnachten feiern, Herr Zeeb?

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 11. Dezember 2021, 19:30 Uhr