Wieso in Bremen trotz hoher Zahlen bald Corona-Warnstufe 3 gilt

Graue Treppenstufen auf denen Zettel mit Nummern liegen.
Bild: Radio Bremen

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Bremen nach wie vor über 1.000, die Krankenhaus-Inzidenz bei fast 15 – und trotzdem lockert die Stadt die Corona-Warnstufe. Warum?

Es war am Dienstag eine kleine Überraschung: Der Bremer Senat hat sich nicht nur auf den Verzicht der 2G-Regeln im Einzelhandel geeinigt, sondern auch auf die Senkung der Corona-Warnstufe von vier auf drei. Dabei müsste dafür die Anzahl der Menschen pro 100.000, die im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion innerhalb der letzten sieben Tage ins Krankenhaus gekommen sind, zwischen sechs und neun liegen – zumindest wenn es nach der Hospitalisierungsinzidenz geht. Die liegt in der Stadt Bremen laut Gesundheitsbehörde allerdings deutlich darüber bei 14,3 (Stand: 9. Februar).

Lukas Fuhrmann, Sprecher der Bremer Gesundheitsbehörde, begründet die Lockerungen mit einer stabilen Situation in den Bremer Krankenhäusern. Die Belegungszahlen der Corona-Patienten auf den Intensivstationen liegen demnach seit Mitte Dezember stabil bei ungefähr 20 Personen. Anfang Dezember lag die Zahl mit rund 35 Intensivpatientinnen und -patienten noch deutlich darüber. Dazu sei auch das Infektionsgeschehen in den letzten Tagen gesunken.

Hospitalisierungsinzidenz nicht der einzige Maßstab

In der Corona-Verordnung steht zwar, dass die Hospitalisierungsinzidenz "wesentlicher Maßstab" für die Festlegung der Warnstufen sei. Allerdings gibt es dafür keinen Automatismus, wie Fuhrmann erklärt: "Es gibt einen Leitindikator, aber auch viele Faktoren darüber hinaus." Mit Omikron habe sich das Infektionsgeschehen stark verändert, deshalb müsse man auch die Betrachtungsweise ändern.

Es bleibt also dabei: Die Hospitalisierungsinzidenz ist weiterhin Hauptindikator, um die Corona-Lage einzuschätzen. Die Gesundheitsbehörde weist auf ihrer Seite jetzt aber die Hospitalisierungsinzidenzen "mit Corona" und "wegen Corona" getrennt voneinander aus – und bildet nicht mehr den Gesamtwert ab.

Mit Delta seien Menschen hauptsächlich durch Corona ins Krankenhaus eingewiesen worden. Inzwischen, bei Omikron, habe sich die Lage geändert, erklärt Fuhrmann. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Menschen, die wegen Corona ins Krankenhaus kommen, nur noch knapp ein Drittel der Corona-Hospitalisierungsinzidenz ausmachen.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 8. Februar 2022, 19:30 Uhr