Gericht erlaubt Affenversuche: Bremer Uni-Rektor begrüßt Urteil

Affenforschung in der Uni Bremen (Archivbild)
Affenversuche an der Uni Bremen sollen der Neurowissenschaft dienen. Bild: Radio Bremen
  • Verwaltungsgericht Bremen gibt Eilantrag Andreas Kreiters statt
  • Neurowissenschaftler darf Tierversuche bis zum 30. November 2022 fortsetzen
  • Rektor der Universität drückt Zustimmung über Beschluss aus

Der Rektor der Universität Bremen, Bernd Scholz-Reiter, hat die Entscheidung des Verwaltungsgerichts begrüßt, wonach der an der Uni tätige Neurowissenschaftler Andreas Kreiter weiterhin Affenversuche durchführen darf. Nach Verkündung der Entscheidung am Freitag ist es Kreiter somit gestattet, seine Versuche zunächst bis zum 30. November 2022 fortzusetzen. "Das Gericht hat mit seiner Entscheidung die in unserem Grundgesetz verankerte Wissenschaftsfreiheit sichergestellt", sagte Scholz-Reiter.

Ich appelliere an die Bremer Politik, diese zu respektieren und zu wahren. Sie stellt ein hohes Gut für unsere freiheitlich demokratische Gesellschaft dar. Noch ist biomedizinischer Fortschritt ohne Tierversuche leider nicht möglich.

Bernd Scholz-Reiter, Rektor der Universität

Kreiter war zuletzt im Jahr 2018 eine bis Ende November vergangenen Jahres befristete Genehmigung für die von ihm durchgeführten Tierversuche erteilt worden. Im Juli 2021 hatte Kreiter einen Antrag auf eine einjährige Verlängerung seines Versuchsvorhabens gestellt, den das Bremer Gesundheitsressort bisher nicht genehmigt hat. Daher stellte er gemeinsam mit der Uni Bremen einen Eilantrag. Beim Gesundheitsressort fiel die Reaktion auf die Entscheidung des Gerichts verhalten aus. "Wir haben das Urteil zur Kenntnis genommen", sagte Ressortsprecher Lukas Fuhrmann zu buten un binnen.

Jetzt werden wir es prüfen und inhaltlich für uns bewerten. Anschließend werden wir uns zu den Inhalten und dem weiteren Umgang äußern können.

Lukas Fuhrmann, Sprecher Gesundheitsbehörde

Gericht hält Antrag für wissenschaftlich begründet

Das Gericht begründete die Entscheidung damit, dass der Antragsteller wissenschaftlich begründet dargelegt habe, dass keine wissenschaftlich anerkannten Alternativen zur Verfügung stünden, mit welchen er die angestrebten Forschungsergebnisse erreichen könne. Zudem habe er den Nutzen seiner Versuche wissenschaftlich belegt.

In der Bremischen Bürgerschaft gelten die Versuche des Forschers an Makaken seit vielen Jahren als umstritten. Das Parlament hatte sich entsprechend früh gegen die Experimente positioniert. Gerichte entschieden allerdings mehrfach, dass die Versuche genehmigt werden müssen.

Kreiter versucht seit langem, die Funktionsweise des Gehirns mit Hilfe der Experimente an den Affen zu verstehen. Gegner sprechen von Tierquälerei, weil den Tieren der Schädel geöffnet wird und Sonden in den Kopf eingeführt werden.

Affenversuche an Bremer Uni bleiben vorläufig weiter erlaubt

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 4. Februar 2022, 12 Uhr