Bremer Bundestagsabgeordnete fordert "klare Rahmung" für Triage-Regeln

Kirsten Kappert-Gonther fordert eine "klare Rahmung" für Triage-Regeln

Bild: Radio Bremen
  • Gesetzgeber muss Menschen mit Behinderungen bei Corona-Triage schützen
  • Grünen-Politikerin Kappert-Gonther befürwortet den Beschluss
  • Ärztinnen und Ärzte bräuchten bei Triage einen Entscheidungsrahmen

Der Gesetzgeber muss Vorkehrungen zum Schutz behinderter Menschen für den Fall einer pandemiebedingt auftretenden Triage treffen. Das hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe am Dienstag entschieden. Ein Beschluss, den die Bremer Bundestagsabgeordnete der Grünen Kirsten Kappert-Gonther "ausdrücklich begrüßt", wie sie bei buten un binnen sagt.

Es muss sichergestellt werden, dass Menschen mit Behinderungen nicht wegen ihrer Behinderungen schlechtere Chancen auf medizinische Notfallmaßnahmen haben.

Kirsten Kappert-Gonther, Bundestagsabgeordnete der Grünen

Ein entsprechendes Gesetz zu beschließen, sei jedoch "wirklich schwierig", so die Bundestagsabgeordnete. Aus ihrer Sicht könne zwar nicht jedes Detail bis ins Einzelne festgelegt werden, weil Ärztinnen und Ärzte für Notfallsituationen eine gewisse Handlungsfreiheit bräuchten. Allerdings müsse es einen klaren Rahmen geben, in dem sichergestellt werde, dass aufgrund der Behinderung keine Diskriminierung stattfinde.

"Die Gesundheitssituationen von Menschen mit Behinderungen oft eben auch ärztlich zu schlecht eingeschätzt werden. Dass man also denkt, der Mensch ist behindert und darum hat er schlechtere Gesundheitschancen", sagte Kappert-Gonther. Das sei eben häufig nicht der Fall. Aus diesem Grund gelte es nun, schnell zu handeln und eine kurzfristige Lösung zu finden.

Wir dürfen Ärztinnen und Ärzte mit dieser grauenvollen Situation, entscheiden zu müssen, wer ein Intensivbett oder einen Behandlungsplatz bekommt, nicht alleine lassen.

Grünen-Politikern Kirsten Kappert-Gonther

Bremer Reaktionen auf den Triage-Beschluss aus Karlsruhe

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 28. Dezember 2021, 19:30 Uhr