Interview

Wann fällt der nächste Schnee in Bremen und Bremerhaven?

Schneemann mit Rose am Osterdeich
Bild: Radio Bremen | Rainer Krause

Heute ist Tag des Schneemanns. Von der weißen Pracht ist aber aktuell nichts zu sehen. Doch die nächste Kaltfront steht kurz bevor, sagt Meteorologin Annika Brieber.

Die 8 erinnert an die Form eines Schneemanns und die 1 an einen Besen – das haben sich ein paar Kreative vor zwölf Jahren gedacht und den 18. Januar zum Welttag des Schneemanns ernannt. Doch Schneemänner bauen können die Bremer und Bremerhavener derzeit nicht. Klimahaus-Meteorologin Annika Brieber erklärt, warum hier immer seltener Schnee fällt und ob wir in den kommenden Tagen noch mit Schnee rechnen können.

Frau Brieber, wie kalt muss es werden, damit Schnee fällt?
Wir brauchen Temperaturen um den Gefrierpunkt, damit es nicht regnet, sondern damit die Regentropfen zu Schneekristallen gefrieren. Und dann kommt es drauf an: Sind es so um die null Grad, dann bekommen wir eher einen nassen Pappschnee. Und wenn es dann immer kälter wird, dann werden die Flocken immer kleiner und auch immer trockener. Und dann kriegen wir eher so einen Pulverschnee.
Meterologin Annika Brieber im Studio von buten un binnen.
Meteorologin Annika Brieber arbeitet im Bremerhavener Klimahaus. Bild: Radio Bremen
Und welcher Schnee ist der beste für den Schneemann – der nasse nicht und der Pulverschnee auch nicht, oder?
Genau. Also so ganz knapp unter null Grad ist nicht schlecht. Es muss tatsächlich noch ein bisschen Wasser drin sein, weil sonst klebt er nicht. Wir brauchen ja diese Formbarkeit, dass er uns nicht direkt auseinanderbröselt. Also ein bisschen nass ist nicht schlecht, aber zu nass darf er eben auch nicht sein.
In Bremen und Bremerhaven werden die Abstände zwischen den Schnee-Jahren immer größer. Woran liegt das?
Einerseits kriegen wir zwar immer mehr winterliche Niederschläge, das ist messbar. Da kann man erst mal sagen: Das ist doch eigentlich positiv fürs Schneemannbauen, wenn immer mehr vom Himmel runterkommt. Aber der andere Trend, den wir sehen, ist, dass es im Zuge der Klimaerwärmung natürlich auch immer wärmer wird. Das heißt, wir haben immer weniger Frosttage – einfach Tage, wo es kalt genug ist, eben um die null Grad oder kälter. Auch das kann man ganz eindeutig schon in den Daten sehen. Und insofern kommt dieser vermehrte Niederschlag im Winter immer öfter als Regen runter.
Was denken Sie, wird es im Januar und Februar noch mal so schön weiß wie im vergangenen Jahr?
Aus meteorologischer Sicht kann ich so auf die nächsten zehn Tage gucken. Danach wird es ein bisschen vage. Und da haben wir jetzt tatsächlich am Donnerstag mal die größte Chance, dass es zumindest mal Schneeregen gibt, sagen wir mal so. Da kommt die nächste Kaltfront. Das heißt, die Temperaturen gehen mal ein bisschen runter. Und dann haben wir am Donnerstag eben diese höhere Wahrscheinlichkeit, dass es auch mal kurz weiß wird. Allerdings ist das eine sehr kurzfristige Sache, weil Richtung Wochenende wird es dann auch schon wieder milder.
Und Schneeregen klingt jetzt nicht gerade so wunderbar zum Schneemannbauen...
Genau, das ist dann wahrscheinlich auch schon wieder zu nass, um dann einen Schneemann zu bauen. Und der Boden konnte in den letzten Tagen auch nicht richtig auskühlen. Es ist ziemlich warm, das heißt, was dann liegen bleibt, wird auch sehr schnell wieder wegschmelzen.

Das Interview geführt hat Britta Lumma, aufgeschrieben von Sonja Harbers.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 18. Januar 2022, 10:10 Uhr