So vermeiden Bremer ärgerliche Knöllchen auf dem Supermarkt-Parkplatz

Eine Frau entlädt an ihrem Auto den Einkaufswagen (Archivbild)
Bild: DPA | Oliver Berg

Wer auf dem Supermarkt-Parkplatz seine Parkscheibe vergisst, riskiert oft ein Knöllchen. Mit ein paar einfachen Regeln lässt sich das aber vermeiden.

Beim Einkaufen das Auto einfach so auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt abstellen? Das geht heute oft nicht mehr. Parken darf nur, wer wirklich einkauft, nicht zu lange bleibt – und seine Parkscheibe nicht vergisst. Die Höchstparkdauer soll vermeiden, dass die Plätze von Anwohnern blockiert werden.

Legale Flächenbewirtschaftung und private Kontrollen

Supermarktparkplätze sind in aller Regel Privatgrundstücke und dürften privat bewirtschaftet werden, erklärt Rechtsanwalt Mathias Hufländer von der Verbraucherzentrale Bremen. Die Park-Bedingungen müssen aber klar ersichtlich sein.

Wenn es einen Hinweis gibt, wonach die Benutzung des Parkplatzes kostenpflichtig ist und beispielsweise eine Parkscheibe benutzt werden muss, dann kommt ein faktischer Vertrag zu Stande. Daran muss man sich dann halten, wenn man das Grundstück als Parkfläche benutzt.

Mathias Hufländer, Verbraucherzentrale Bremen

Kontrolliert wird das Vertragsverhältnis üblicherweise durch Menschen, Fotobeweis inklusive. Parkt jemand zu lange oder ohne Parkscheibe, gibt es ein Knöllchen an den Scheibenwischer. Es gibt aber auch technische Lösungen mit Nummernschilderfassung an der Ein- und Ausfahrt, Sensoren auf den Stellplätzen und anschließender Post nach Hause. Bei den meisten Supermarktparkplätzen sind 25 oder 30 Euro fällig. Gesetzlich geregelt ist, dass sich die privaten Knöllchen an den Strafen für das Falschparken im öffentlichen Raum orientieren müssen. Zulässig ist maximal doppelt so viel.

Muss das immer bezahlt werden?

Eine Parkscheibe platziert unter der Windschutzscheibe eines Autos.
Wer eine Parkscheibe vergisst, bekommt oft einen Strafzettel. Bild: Radio Bremen

Nein, zahlen muss nur, wer tatsächlich vertragswidrig gehandelt hat. Denn es kommt immer wieder zu Forderungen, die nicht rechtens sind. Darunter sind auch offensichtliche Betrugsversuche, bei denen Fahrzeughalter zahlen sollen, deren Fahrzeug gar nicht zur angegebenen Zeit am angegebenen Ort war. Oder wo beispielsweise die Parkscheibe hinten auf der Hutablage lag, oder wo zwei Parkscheiben mit identischer Zeit ausgelegen haben. Beides ist aber erlaubt.

Außerdem entsteht der Vertrag zwischen dem Parkplatzbetreiber und dem Fahrer des Autos. Das muss nicht zwangsläufig der Halter des Fahrzeugs sein, der aber in der Regel die Post mit der Zahlungsaufforderung bekommt. Wenn der Halter schriftlich glaubhaft macht, dass er es nicht war und leider auch nicht sagen kann, wer am Steuer gesessen hat – weil das Auto beispielsweise ständig von verschiedenen Personen genutzt wird – muss wahrscheinlich nicht zahlen.

Immer eine Parkscheibe auslegen

Schild übersehen oder Parkscheibe einfach vergessen? Dann können Autofahrer mit Hilfe des Kassenbons nachweisen, dass sie tatsächlich Kunden in dem Laden waren und bekommen die Strafe oft aus Kulanz erlassen. Viele Supermärkte halten auch kostenlose Parkscheiben bereit.

Am besten immer eine Parkscheibe auslegen, rät Mathias Hufländer, Jurist bei der Verbraucherzentrale Bremen: "Das kostet mich vielleicht 20 Sekunden meines Lebens, aber letzten Endes spart es mir viel Geld." Es gibt auch elektronische Parkscheiben, die automatisch die Uhrzeit anzeigen, zu der das Auto geparkt wurde. Die sind zulässig und kosten zwischen 20 bis 40 Euro.

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Autor

  • Mario Neumann

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Vormittag, 7. Dezember 2021, 11:10 Uhr