Sturmtief "Ignatz" verschont Bremen und Bremerhaven weitgehend

Ein Zug der Nordwest-Bahn steht am Bahnhof in Wilhelmshaven. Am dunklen Himmel sind Sturmwolken zu sehen.
Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam
  • Sturmtief Ignatz zieht über Bremen und Niedersachsen hinweg
  • Überschwemmungen an der Nordseeküste
  • Auch am Freitag soll es windig bleiben

Beeinträchtigungen im Bahnverkehr und eine leichte Sturmflut an der Nordseeküste: Der erste kräftigere Herbststurm hat am Donnerstag Niedersachsen erfasst – mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Nachmittag mitteilte. Die Feuerwehren waren vielerorts im Einsatz, um umgestürzte Bäume zu beseitigen. Berichte über Schwerverletzte oder größere Schäden gab es zunächst nicht. Auch am Freitag soll es stürmisch bleiben – dann vor allem an der Nordseeküste.

Im Nordwesten hat der Sturm nur wenig Schäden angerichtet. In Dorum im Kreis Cuxhaven wurden zwei Autos ins Hafenbecken gespült. In Bremen trieben zehn Dixie-Klos in der Weser. Polizei und Feurwehr konnten die Toilettenhäuschen sichern. Kurzzeitig war auch der Bremer Freimarkt wegen der Sturmböen unterbrochen. Inzwischen läuft der Betrieb aber wieder. Auch der Bahnverkehr zwischen Bremen und Hannover sowie Norddeich hat sich inzwischen normalisiert. Die Bremer Feuerwehr vermeldete am Donnerstag sieben Einsätze. Schwere Schäden blieben aus.

Überflutungen in Bremerhaven und an der Küste

In Bremerhaven wurden durch die erhöhten Wasserstände einzelne Hafenbereiche überspült. An der gesamten Nordseeküste kam es nach Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zu einer leichten Sturmflut. Bei stürmischem Wind aus West-Nordwest überschritten alle Pegelstände klar die Grenzwerte einer leichten Sturmflut, sagte NLWKN-Sprecher Carsten Lippe am Donnerstagnachmittag. Für die Küstenschutzbauwerke stellten solche leichten Sturmfluten, die statistisch bis zu zehn Mal in der Saison auftreten können, aber keine größere Herausforderung dar. "Das ist ein Sturmflutgeschehen, wie wir es erwarten", sagte Lippe.

Die schlimmsten Sturmböen waren am Donnerstagnachmittag unterdessen für das Binnenland überstanden, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Eine Entwarnung gibt es aber noch nicht ganz: Insbesondere an der Nordseeküste bleibe es weiterhin stürmisch, sagte DWD-Meteorologe Karsten Kürbis. "Da erwarten wir morgen erst den Höhepunkt des Windes." Direkt an der Küste und auf den Inseln seien dann erneut Windgeschwindigkeiten bis 100 Stundenkilometern möglich. Auch im Binnenland gebe es weiterhin Sturmböen der Stärke 8 zwischen 65 km/h und der Stärke 9 mit bis zu 85 km/h. Erst am Freitagabend soll der Wind insgesamt nachlassen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 21. Oktober 2021, 20 Uhr