3 Stürme in Folge: Rettungskräfte in Bremen über 850 Mal im Einsatz

Bremen räumt hinter den Stürmen "Ylenia", "Zeynep" und "Antonia" auf

Bild: DPA | Michael Bahlo
  • Drei Stürme binnen weniger Tage fordern Einsatzkräfte
  • Mehr als 1.500 Einsätze in Bremerhaven und im Kreis Cuxhaven
  • Auswirkungen von Sturmtief "Antonia" halten sich in Grenzen

Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) haben während der drei schweren Winterstürme "Ylenia", "Zeynep" und "Antonia" in Bremen mehr als 850 Einsätze bewältigt. Laut Innenressort häufte allein die Feuerwehr Bremen 1.880 Einsatzstunden an. In der Rettungsleitstelle seien zudem mehr als 3.000 Notrufe über die 112 eingegangen. "Was vor allem die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk hier Hand in Hand zusammen geleistet haben, ist absolut bemerkenswert. Das war ein unglaublicher Kraftakt", sagte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD).

Auswirkungen von "Antonia" halten sich in Grenzen

Während die beiden ersten Sturmtiefs Mäurer zufolge für Ausnahmezustände bei den Einheiten der Gefahrenabwehr sorgten, hielten sich die Auswirkungen von "Antonia" in Grenzen. Trotzdem habe es auch am Montag noch sturmbedingte Einsätze gegeben.

In diesen langen Tagen und Nächten zeigte sich erneut, wie hervorragend geschult unsere Feuerwehr und das Technische Hilfswerk für solche Lagen sind. Sie sind für die Sicherheit der Bevölkerung und unserer Städte unverzichtbar. Wenn sonst niemand draußen ist, sind es die Rettungskräfte und die Polizei, die kommen, wenn wir Hilfe brauchen.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD)

Bahnverkehr ist weiterhin beeinträchtigt

In Bremerhaven und dem Landkreis Cuxhaven fuhren die Feuerwehren zu über 1.500 Einsätzen. Wie hoch der Gesamtschaden der Stürme ist, lässt sich noch nicht beziffern. Der Sturm in der Nacht zu Montag hat in Bremen und Bremerhaven zumindest keine großen Schäden angerichtet. Laut Feuerwehr gab es nur einzelne kleinere Einsätze. Der Bahnverkehr in der Region ist aber weiterhin beeinträchtigt. Auf Straßen und Schienen sorgten umgeknickte Bäume für zahlreiche Sperrungen. Nach Angaben der Deutschen Bahn normalisiert sich der Bahnverkehr langsam wieder. Auch die Nordwest Bahn fährt auf den meisten Strecken wieder.

Millionenschaden in Bremen: Kran kracht in Rohbau

Ein Kran liegt auf einem Haus.
In Bremen stürzte ein Baukran in einen Rohbau. Bild: DPA | Jörn Hüneke

Am Montag flaute der letzte von drei aufeinander folgenden Stürmen ab. Für den größten sturmbedingten Einsatz der Bremer Feuerwehr hatte ein umgekippter 55 Meter hoher Baukran in der Überseestadt gesorgt. Er war während des Sturms in der Nacht zu Samstag gegen einen Rohbau der Firma Zech und auf einen Laster gekippt. Nach Angaben des Unternehmens liegt der Schaden mindestens im siebenstelligen Bereich.

Auch auf den ostfriesischen Inseln wüteten die Stürme. Einige Strände wurden komplett weggespült. Aktuell warnt Niedersachsen vor Hochwasser in vielen Flüssen, unter anderem in der Wümme und der Hunte. Die Talsperren im Harz sind inzwischen fast komplett gefüllt.

In Bremen hatte die Polizei in den vergangenen Tagen die vom Hochwasser bedrohte Kleingartengebiete nach gefährdeten Personen durchkämmt. "Die Sturmfluten haben uns nochmal deutlich vor Augen geführt, wie wichtig ein sicherer Deich- und Hochwasserschutz in Bremen ist", sagte Umweltsenatorin Maike Schaefer (Grüne).

Das sind die Folgen des Sturms in Bremen

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 21. Februar 2022, 16 Uhr