Studierende in Bremen müssen bald wohl mehr fürs Mensa-Essen zahlen

Ein Mitarbeiter einer Uni-Mensa gibt ein Essen an einen Studierenden aus. Beide tragen einen Mund-Nasen-Schutz

Studierende in Bremen müssen bald wohl mehr fürs Mensa-Essen zahlen

Bild: DPA | Christian Charisius

Die Lebensmittelkosten steigen. Das Studierendenwerk will deshalb die Mensa-Preise erhöhen. Auch an einigen Grundschulen wird das Essen voraussichtlich teurer.

Studierende in Bremen müssen künftig mehr für ihr Mittagessen zahlen. Denn in den Mensen und Caféterien an der Universität Bremen, der Hochschule Bremen, der Hochschule Bremerhaven sowie der Interimsmensa am Speicher XI der HfK Bremen werden die Preise erhöht.

Der Betreiber, das Studierendenwerk Bremen, begründet dies gegenüber buten un binnen damit, dass die Kosten für einige Lebensmittel innerhalb kürzester extrem gestiegen seien. "Auch das Studierendenwerk muss daher Preisanpassungen vornehmen", sagt Sprecher Maurice Mäschig.

Manche Lebensmittel werden nicht mehr angeboten

Bis es zu flächendeckenden Preiserhöhungen kommt, werden allerdings noch einige Wochen vergehen. Denn Preise für Hauptangebote in Mensen und Caféterien dürfen aufgrund des Sozialauftrags des Studierendenwerks nur mit Beschluss des Verwaltungsrats getroffen werden. Dieser tagt das nächste Mal im Juni. Er wird darüber beraten, in welchem Umfang die Essenspreise an die gestiegenen Lebensmittelkosten angepasst werden.

Kompensiert werden müssten Lebensmittelpreiserhöhungen von 15 bis 25 Prozent, sagt Anke Grupe-Markschat, Dezernentin für Hochschulgastronomie im Land Bremen. Diese Preiserhöhungen bis dahin aufzufangen, sei ausgeschlossen, sagt sie. Bis zu einem Verwaltungsratsbeschluss müsse daher bereits das Angebot angepasst werden. Manche Lebensmittel würden dann eben nicht angeboten, sagt Markschat.

Preise an vielen Bremer Grundschulen gedeckelt

Anders als für viele Bremer Studentinnen und Studenten wird sich der Essenspreis für viele Schülerinnen und Schüler vorerst nicht ändern. Dies gilt zumindest für Kinder und Jugendliche, die an gebundenen Ganztagsschulen unterrichtet werden, an denen der Nachmittagsunterricht verpflichtend ist. Dort beträgt der Preis für Mittagessen pro Monat derzeit 35 Euro. Bei Geschwisterkindern sind es 30 Euro. Die Differenz zwischen Kosten und Einnahmen übernimmt hier das Ressort der Senatorin für Kinder und Bildung. Dieser Preis sei also "gedeckelt", teilt das Ressort mit.

An offenen Ganztagsgrundschulen, hier ist der Nachmittagsunterricht freiwillig, erfolge die Abrechnung hingegen direkt über professionelle Caterer und Schulvereine. Der Portionspreis sei dabei in der Kostenverordnung festgelegt und müsse gegebenenfalls vor dem Hintergrund steigender Rohstoffpreise in Absprache angeglichen werden.

Produktionskosten seit Herbst deutlich gestiegen

Doch auch hier seien die Produktionskosten schon seit Herbst 2021 in Bewegung geraten – zum Beispiel beim Lebensmitteleinkauf, den Energiekosten, Verpackungsmaterial, Treibstoff und Personalkosten. In der kurzen Zeitspanne von Oktober 2021 bis März 2022 habe es Preissteigerungen von im Schnitt drei bis sechs Prozent gegeben, in einigen wenigen Fällen auch deutlich mehr, sagt Maike Wiedwald, Sprecherin des Bildungsressorts.

Nicht nur an Grundschulen, sondern auch an weiterführenden Schulen könne es daher mittelfristig zu höheren Preisen für das Mittagessen kommen. Aber auch hierfür sei eine vorherige Absprache erforderlich.

Gestiegene Lebensmittelpreise machen vielen Bremern zu schaffen

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 20. April 2022, 9 Uhr