Darum wurde 2021 mehr Bremerinnen und Bremern der Strom abgedreht

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  • 4.718 Strom-, Gas- und Wassersperren im Land Bremen.
  • Fast doppelt so viele wie im Vorjahr.
  • Haushalte in Bremerhaven überproportional betroffen.

Säumigen Stromkunden im Land Bremen ist 2021 deutlich häufiger der Strom abgestellt worden als im Jahr zuvor. Nach Zahlen der Verbraucherzentrale gab es im vergangenen Jahr 4.718 Strom-, Gas- und Wassersperren. 2020 waren es 2.573 Sperren gewesen. Dies liege nicht zuletzt an der wechselnden Rechtslage während der Pandemie, sagte Frank Steinhardt vom Bremer Energieversorger SWB am Mittwoch. 2020 hatten viele Haushalte ihre Zahlungen aussetzen können, das war eine der Corona-Hilfen der Bundesregierung. Damit verschoben sich die Zahlungen aber auf 2021.

Vor der Pandemie war 2019 insgesamt 4.227 Verbraucherinnen und Verbrauchern der Strom abgedreht worden. Verbraucherschutz, Energieversorger und andere Bremer Organisationen sahen insgesamt einen positiven Trend. Seit Beginn eines gemeinsamen Beratungsprogramms zur Vermeidung von Energie- und Wassersperren 2014 seien diese Notfälle um 35 Prozent zurückgegangen.

Es ist auch ein Schamthema.

Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen

Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale rief Betroffene auf, sich möglichst frühzeitig bei der Beratung zu melden. Für viele Menschen sei es unangenehm, über die eigenen finanziellen Schwierigkeiten zu sprechen. In vier von fünf Fällen gelinge es, angekündigte Sperren abzuwenden, sagte Steinhardt. Im Zwei-Städte-Staat sind Haushalte in der ärmeren Stadt Bremerhaven diesen Angaben zufolge überproportional von den Energiesperren betroffen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. April 2022, 19:30 Uhr