Nord-Länder wollen, dass Menschen im Norden weniger für Strom zahlen

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Norddeutsche Flächenländer wollen Strom bei sich günstiger machen

Bild: Radio Bremen
  • Nord-Länder: "Wir tragen Hauptlast der Energiewende".
  • Bayern sabotiere den Ausbau der Windkraft und der Stromnetze.
  • Lies: Dort wo Strom produziert wird, müsse er auch günstiger sein.

Die norddeutschen Flächenländer sprechen sich für eine Aufteilung Deutschlands in unterschiedliche Preiszonen beim Strom aus. Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" wollen die Länder so für mehr Gerechtigkeit bei den Strompreisen sorgen.

Wenn ich da lebe oder produziere, wo auch die Energie produziert oder angelandet wird, muss diese Energie dort auch günstiger sein.

Olaf Lies (SPD), Niedersachsens Energieminister

Laut Niedersachsens Energieminister, Olaf Lies (SPD), trägt der Norden seit Jahren die Hauptlast der Energiewende. Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Reinhard Meyer (SPD) kritisiert: "Die Höhe der Stromnetzentgelte belastet die Letztverbraucher und benachteiligt den norddeutschen Wirtschaftsstandort." Es könne nicht sein, dass Länder, die einen hohen Anteil am Ausbau der erneuerbaren Energien schultern, die höchsten Strompreise verkraften müssten.

Preiszonen als "logische Konsequenz aus bayerischem Irrweg"

Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Grüne) nennt dem Bericht zufolge eine Aufteilung in Preiszonen "die logische Konsequenz des energiepolitischen Irrweges" bayerischer Landesregierungen. Mehr als 15 Jahre lang hätten diese den Ausbau der Stromnetze und der Windkraft sabotiert. Es sei "den Menschen im Norden schlicht nicht mehr zu vermitteln, warum sie die Zeche dafür zahlen müssen".

Markus Söder spricht schon von Benachteiligung des Südens

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte seinerseits der Ampel-Koalition schon Mitte Juli vorgeworfen, den Süden der Republik zu benachteiligen.

Die Ampel-Koalition entpuppt sich immer mehr als norddeutsches Konstrukt. Der Süden wird zunehmend ausgeblendet. Wir spüren ein Bayern-Bashing und selbst der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann dringt bei seinen grünen Parteifreunden nicht richtig durch.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern

Dabei habe Bayern die meisten Industriearbeitsplätze in Deutschland und eine höhere Leistungskraft als Tschechien, Griechenland und Portugal zusammen, sagte der CSU-Chef. "Werden die Blutbahnen im Süden verstopft, bekommt Deutschland einen Herzstillstand. Denn die wirtschaftliche und technologische Substanz sitzt auf lange Zeit im Süden."

Angesichts der aktuellen Vorschläge der norddeutschen Bundesländer wird dieser Streit nun wohl wieder Fahrt aufnehmen.

Rückblick: Länderchefs des Nordens bitten um mehr Geld für Energiewende

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 24. September 2022, 10 Uhr