Auch Bremer Hafenarbeiter streiken noch bis Samstagmorgen

Demonstration der streikenden Hafenarbeiter in Hamburg

Auch Bremer Hafenarbeiter streiken noch bis Samstagmorgen

Bild: DPA | Marcus Brandt
  • Hafenarbeiter streiken noch bis Samstagmorgen
  • Nach Samstag ist ein Streikstopp bis Ende August vereinbart
  • In den nächsten Wochen wollen die Tarifpartner verhandeln

Die Streiks der Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter in den Nordseehäfen gehen noch bis Samstagmorgen weiter. Dafür sind circa 1.000 Arbeiterinnen und Arbeiter aus Bremen nach Hamburg gefahren, um dort mit Kollegen von allen wichtigen Standorten zum demonstrieren. Dann wird aber vorerst bis Ende August nicht mehr gestreikt. Darauf haben sich die beiden Tarifparteien in einem Vergleich vor dem Hamburger Arbeitsgericht am Donnerstagabend geeinigt.

Nun müssen Arbeitgeber und Gewerkschaft bis Ende nächster Woche drei weitere Verhandlungstermine bis zum 26. August finden. "Während dieses Zeitraums werden von Verdi keine weiteren Arbeitskampfmaßnahmen mit den Beschäftigten der Klägerinnen durchgeführt", teilte das Arbeitsgericht mit.

Verdi wertet Vergleich als Erfolg

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) sehen in dem Vergleich einen Erfolg. "Wir begrüßen den Vergleich und setzen darauf, dass Verdi in den weiteren Verhandlungen konstruktive Schritte im Sinne einer Einigung macht", sagt Ulrike Riedel, Verhandlungsführerin des ZDS der dpa.

Die Gewerkschaft Verdi hatte am Donnerstagmorgen die Hafenarbeiter aufgerufen, für bessere Löhne auf die Straße zu gehen. Durch die Streiks wurde der Warenumschlag an allen Nordseehäfen weitgehend lahmgelegt.

In Bremen, Oldenburg und Wilhelmshaven wurde der Streik am Vortrag von den zuständigen Gerichten bestätigt. Auch in Hamburg scheiterten die Hafenunternehmen bei dem Versuch, die Warnstreiks gerichtlich zu stoppen. Die Arbeitgeber hatten versucht die Streiks vor den norddeutschen Arbeitsgerichten zu untersagen.

Für die Hafenunternehmer kommt der Streik zur Unzeit, denn coronabedingt herrsche ohnehin ein großes Durcheinander im weltweiten Verkehr von Container- und Frachtschiffen. Die Unternehmen sehen durch die Streiks ihre Existenz gefährdet.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 15. Juli 2022, 17 Uhr