Bremer Experte: Inzidenz um 2.000 könnte Wendepunkt sein

Eine Figur in Optik eines Virus hängt an der Tür vom PCR-Labor im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt
Wie weit steigen die Corona-Zahlen in Bremen noch an? Diese Frage beschäftigt zur Zeit die Experten. Bild: DPA | Julian Stratenschulte

Der Epidemiologe Hajo Zeeb rechnet damit, dass die Inzidenz der Stadt Bremen nächste Woche über 2.000 steigen könnte. Möglicherweise ist dann der Wendepunkt erreicht.

Die Kurve zeigt steil nach oben: 1.622 Neuinfektionen ließen die -Tage-Inzidenz der Stadt Bremen am Donnerstag auf 1.553,6 steigen. Damit erreichte Bremen einen neuen Höchstwert seit Beginn der Pandemie – wieder einmal. Doch wie lange müssen sich Bremerinnen und Bremer noch auf immer weiter steigende Coronazahlen einstellen? Bei der Frage nach einem möglichen Kipp-Punkt und dem dann folgenden Rückgang der Neuinfektionen, orientiert sich der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb an vergleichbaren Dynamiken im Ausland. "Betrachtet man beispielsweise die Entwicklung in Dänemark sehen wir, dass sich bei einer 7-Tage-Inzidenz um 2.000 etwas ändern könnte", sagt Zeeb. In Dänemark liegt der Wert derzeit bei 2.360,9.

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Einen Anstieg der derzeitigen 7-Tage-Inzidenz von 1.553,6 auf über 2.000 hält der Wissenschaftler der Universität Bremen durchaus für realistisch und ein zeitnahes Szenario. "Es könnte sein, dass es bereits nächste Woche soweit ist", glaubt Zeeb. Inwiefern diese Marke jedoch wirklich zu einem Wendepunkt beim Zahlen-Anstieg führt, kann auch der Epidemiologe nicht genau sagen. "Das weiß niemand. Es kann auch sein, dass wir schon jetzt allmählich an der Spitze angekommen sind", sagt Zeeb. Eine Balance zwischen steigenden Neuinfektionen und steigender Immunität innerhalb der Bevölkerung steuere die Entwicklung der Corona-Werte.

Zeeb mahnt zur Vorsicht

Wegen der extrem hohen Ansteckungsgefahr, die besonders von der Omikron-Variante des Coronavirus ausgeht, mahnt Zeeb weiterhin zur Vorsicht. Das Infektionsgeschehen jetzt sich selbst zu überlassen und auf einen baldigen Wendepunkt zu setzen, wie das beispielsweise in Spanien und anderen europäischen Ländern gerade diskutiert wird, ist für ihn keine Option. "Wir müssen vorsichtig bleiben und versuchen, das Virus weiter einzudämmen", sagt Zeeb. Mit ein Grund hierfür sei Long Covid. Wie sich die Omikron-Variante auf die Schwere von Long-Covid auswirke, wissen man schlicht noch nicht, warnt Zeeb.

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Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Angela Weiß Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 14. Januar 2022, 19:30 Uhr