Fragen & Antworten

Wird die sanierungsbedürftige Stadthalle in Bremerhaven dicht gemacht?

Keine Betriebserlaubnis mehr für Bremerhavener Stadthalle

Bild: Radio Bremen | Sonja Harbers

Die Bremerhavener Stadthalle ist laut Behörden marode und muss unbedingt saniert werden. Die Betriebserlaubnis läuft Ende 2023 aus. Wie geht es jetzt weiter?

1974 wurde die Bremerhavener Stadthalle gebaut. Seitdem fanden hier zahlreiche Konzert- und Sportveranstaltungen statt. Doch damit könnte Ende 2023 Schluss sein.

Warum darf die Stadthalle ab 2024 nicht mehr öffnen?
Aus Behördensicht ist die Stadthalle marode und stark sanierungsbedürftig. Außerdem muss der Brandschutz erneuert werden, deshalb läuft die Betriebserlaubnis für die Veranstaltungshalle zum 31. Dezember 2023 aus. Das Bauordnungsamt und die Feuerwehr wollen die Betriebserlaubnis unter den aktuellen Voraussetzungen nicht verlängern.
Was passiert mit Veranstaltungen?
Stadthallenchef Othmar Gimpel kann keine Veranstaltungen für 2024 oder später planen, denn wenn die nicht stattfinden können, muss er Schadenersatz zahlen. Doch um 2024 ein angemessenes Programm anbieten zu können, müsste er jetzt schon Verträge abschließen.

Nicht nur Konzerte wären betroffen, sondern auch Sportveranstaltungen wie die Spiele der Eisbären Bremerhaven. Die Basketballer sind aber noch optimistisch: "Wir haben vollstes Vertrauen in Stadt und Stadthalle Bremerhaven als bewährten Partner, dass das auch nach Dezember 2023 gut weitergehen wird", sagt Eisbären-Geschäftsführer Nils Ruttmann. Eine Alternative suche man nicht. Im Notfall seien Spiele im Trainingslager möglich – allerdings nur ohne Zuschauer. Ansonsten gebe es in Bremerhaven keine andere Halle, die infrage komme.
War der marode Zustand nicht bekannt?
Das Problem ist lange bekannt. 2019 drohte schon mal die Schließung. Seit 2018 gibt es Diskussionen um eine Sanierung, einen Um- oder einen Neubau.
Wie soll es jetzt weitergehen?
Weder Stadthallenchef Gimpel noch der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadthalle Thorsten Raschen (CDU) geht tatsächlich von einer kompletten Schließung aus. Man arbeite jetzt an einem Provisorium, um die Betriebserlaubnis zu verlängern: Der wichtigste Punkt dafür sei eine neue Brandmeldeanlage, die rund 600.000 bis 700.000 Euro kosten soll. Das soll aber nur eine Übergangslösung sein. Anfang kommenden Jahres soll die Politik entscheiden, ob eine Sanierung oder ein Neubau die bessere Lösung ist, sagt Raschen. Im Gespräch ist auch ein Neubau mit einem Investor, somit müsste die Stadt nicht die Baukosten tragen. Ein Neubau soll laut Gutachten nämlich rund 40 Millionen Euro kosten, eine Sanierung etwa 18 Millionen.

Mehr zum Thema:

Autorinnen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 21. November 2022, 19:30 Uhr