Wegen Ukraine-Krieg: Land Bremen schließt Häfen für russische Schiffe

Bild: Radio Bremen | Sebastian Manz
  • EU-Staaten hatten Sperre für russische Schiffe beschlossen
  • Land Bremen setzt das ab Ostersonntag um
  • Verbot gilt für Häfen in Bremen und Bremerhaven

Ab Ostersonntag dürfen Schiffe, die unter russischer Flagge fahren, nicht mehr in bremische Häfen einlaufen. Das hat das Häfenressort auf Anfrage von buten un binnen mitgeteilt. Das Verbot betrifft auch den zweitgrößten Containerhafen Deutschlands in Bremerhaven. Bremen setzt mit der Maßnahme Sanktionen um, auf die sich die EU-Staaten vergangene Woche verständigt hatten.

Wir unterstützen damit die Sanktionen der Europäischen Union im Zusammenhang mit dem menschenverachtenden und völkerrechtswidrigen Krieg der Russischen Föderation gegen die Ukraine.

Bremer Häfensenatorin, Claudia Schilling (SPD),

Betroffen sind laut Häfenressort zunächst ausschließlich russisch geflaggte Schiffe. Ausnahmen gelten demnach für Schiffe, die medizinische Güter transportieren sowie Lebensmittel, Energie oder Ladung, die für humanitäre Hilfe eingesetzt werden. Für alle anderen Güter gelte dann ein Einfuhrverbot. Der Zoll soll das Embargo überwachen.

36 russische Schiffe kamen in 2021 im Land Bremen an

Der Russlandhandel über bremische Kajen und Terminals belief sich im Jahr 2021 nach Angaben des Häfenressorts auf rund 4,3 Millionen Tonnen Ladung, die entweder importiert oder verschifft wurden. Das entspricht etwa sechs Prozent der Gesamtladung, die in den bremischen Häfen umgeschlagen wird. Im Jahr 2021 gab es laut Behörde 36 Anläufe russisch geflaggter Seeschiffe bei einer Gesamtzahl von rund 6.000 Anläufen.

Neben dem Einlaufverbot für russische Schiffe hatte sich die EU-Kommission mit den Mitgliedsstaaten vergangene Woche auf ein Einfuhrverbot für Kohle, Zement, Holz und Wodka verständigt. Es war bereits das fünfte Sanktionspaket, das die EU seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine auf den Weg gebracht hat.

Dürfen wir mit Russland noch Geschäfte machen?

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 11. April 2022, 19:30 Uhr