Bremer SPD geht in die Offensive: Straßenbahn soll in Martinistraße

Bild: Imago | Rüdiger Wölk
  • SPD in Bremen will Verlegung der Straßenbahn aus der Fußgängerzone forcieren
  • Fraktionschef Güngör fordert umgehend Mittel für Machbarkeitsstudie
  • Mobilitätssenatorin Schaefer (Grüne) ist gegen die Pläne

Die Bremer SPD will eine Verlegung der Straßenbahn aus der Fußgängerzone in die Martinistraße vorantreiben. Das hat die Parteispitze gemeinsam mit dem SPD-Unterbezirk Bremen-Stadt und der SPD-Bürgerschaftsfraktion auf einer Pressekonferenz angekündigt.

"Wir wollen einen Paradigmenwechsel weg von einer reinen Konsumzone hin zu einer Erlebniswelt Innenstadt, die sich durch hohe Aufenthaltsqualität und vielfältige Angebote auszeichnet", sagte der SPD-Landesvorsitzende Reinhold Wetjen. Nun müsse der Knoten durchschlagen und die Weichen für eine Verlegung der Straßenbahn von der Obernstraße in die Martinistraße gestellt werden. Die zuständige Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne) hatte eine Verlegung bisher stets abgelehnt.

SPD fordert umgehend Geld für Machbarkeitsstudie

Der anstehende Umbau der Haltestelle Domsheide bietet nach Meinung der SPD die ideale Gelegenheit, die Straßenbahn zu verlegen. Von der Maßnahme erhoffen sich die Sozialdemokraten entscheidende Impulse für die Innenstadt. "Es ist eine Chance, die es jetzt zu nutzen gilt", sagte der Vorsitzende der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Mustafa Güngör. Der Fraktionschef forderte zudem eine Machbarkeitsstudie, für die umgehend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden müssten.

Außerdem kritisierten die Sozialdemokraten die Pläne des grünen Verkehrsressorts, die Straßenbahnhaltestellen an der Domsheide direkt vor der Glocke zu bündeln. Dies würde den Betrieb des Konzerthauses empfindlich einschränken. Deshalb müsse die Machbarkeitsprüfung auch zwingend die Bündelung der Haltestellen in der Balgebrückstraße enthalten. Der Senat will noch im Herbst über das weitere Vorgehen an der Domsheide entscheiden.

Die SPD übernimmt damit die Forderungen des "Aktionsbündnis Innenstadt". Der breite Zusammenschluss von Wirtschaftstreibenden, Kulturschaffenden und Arbeitnehmer-Organisationen hatte den Senat bereits im August aufgefordert, die bisherigen Pläne für den Umbau der Domsheide zu verwerfen und die Straßenbahn in die Martinistraße zu verlegen.

CDU hatte auch eine Verlegung in die Martinistraße gefordert

Auch die CDU will eine Verlegung der Straßenbahn aus der Fußgängerzone heraus in die Martinistraße. Entsprechende Forderungen stellte die Partei im Juli dieses Jahres und forderte Mobilitätssenatorin Schaefer auf, ihre Blockadehaltung aufzugeben und die Verlegung zu ermöglichen.

So reagiert Bremens Politik auf die SPD-Pläne zur Straßenbahnverlegung

Bild: Radio Bremen

Autor

  • Sebastian Manz

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 3. November 2021, 19:30 Uhr