Archäologen entdecken 8 weitere Skelette auf Bremer "Russenfriedhof"

Zwei Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin der Landesarchäologie Bremen stehen in einem Zelt und sieben mit einem Gerät Erde.

Archäologen entdecken 8 weitere Skelette auf Bremer "Russenfriedhof"

Bild: Radio Bremen
  • 8 weitere bislang unentdeckte Gräber freigelegt
  • Entscheidung über Gelände soll nach Ende der Grabungen fallen
  • Gräber lagen offenbar unter "Erdrampe"

Wenige Tage nach dem Fund eines Skeletts auf dem sogenannten "Russenfriedhof" in Bremen-Gröpelingen sind weitere Gräber entdeckt worden. Angaben des Bremer Senats zufolge entdeckte das Team der Landesarchäologie acht vollständige Skelette am nördlichen Ende der ersten Gräberreihe.

Pläne für Gelände könnten sich zerschlagen

Am vergangenen Dienstag war auf dem Gelände bereits ein Skelett entdeckt worden. Die Funde könnten dafür sorgen, dass das Areal als Kriegsgräberstätte völkerrechtlich geschützt wird. Die Pläne, auf dem Gelände eine Bahnwerkstatt zu bauen, könnten sich damit zerschlagen.

"Wie mit den Funden umzugehen ist, kann erst nach Abschluss der Grabungen in enger Abstimmung mit den Vertreterinnen und Vertretern der betroffenen Staaten, insbesondere Russlands und der Ukraine, entschieden werden", sagte Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD).

Alleiniger Maßstab der Entscheidung ist die Gewährleistung eines würdevollen Gedenkens an die Toten unter Berücksichtigung der Vorgaben des Kriegsgräberrechts.

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte

Die nun entdeckten Gräber waren laut Senat im Dezember 1941 infolge einer im Kriegsgefangenenlager grassierenden Typhusepidemie ausgehoben worden. Sie lagen anscheinend unter einer etwa drei Meter langen "Erdrampe", die 1948 für die Exhumierung zu den Grabstellen hinunter angelegt wurde. Unter ihr blieben die Grabstellen unentdeckt, vermuten die Experten der Landesarchäologie.

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Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 17. Januar 2022, 17 Uhr