Fragen & Antworten

Silvester in und um Bremen: Was Sie jetzt wissen sollten

Darf ich Silvester gar nicht böllern? Mit wem darf ich feiern und wo? Dieses Jahr ergeben sich ungewohnt viele Fragen rund um den Jahreswechsel. Hier die Antworten.

Ein Paar guckt sich Feuerwerk am Himmel an.
Menschenansammlungen und Feuerwerke sind dieses Jahr in Bremen tabu. Bild: Radio Bremen

So ein Silvester wie zu diesen Pandemie-Zeiten hatten wir noch nie – entsprechend groß ist bei vielen die Verunsicherung, was nun erlaubt ist und was nicht. Mit wie vielen Personen darf ich ins neue Jahr feiern? Und wo? Wie wird das Böllerverbot kontrolliert und welche Strafen drohen bei Zuwiderhandlung? Darf ich die Silvesternacht bei Freunden übernachten? Hier die Antworten auf die drängendsten Fragen.

Mit wie vielen Personen darf ich ins neue Jahr feiern?
Die üblichen Kontaktbeschränkungen gelten wie gehabt, auch am 31. Dezember. Und für das Land Bremen bedeutet das: Es dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen, wobei Kinder bis einschließlich 14 Jahren nicht mitgerechnet werden.
In der jüngsten Rechtsverordnung des Landes steht jedoch auch ausdrücklich der Appell: "Bürgerinnen und Bürger werden aufgefordert, auf nicht notwendige private Reisen und Besuche – auch von Verwandten – zu verzichten."
Darf man auch bei Freunden oder der Familie übernachten?
Hierzu gibt es keine Beschränkungen. Ein generelles Übernachtungsverbot gibt es in Bremen nicht. Wobei laut Innenressort Übernachtungsangebote wie in Hotels weiterhin "nur noch für notwendige und insbesondere nicht für touristische Zwecke" wie Dienstreisen möglich sind, wozu eine eidesstattliche Versicherung des Gastes notwendig ist.

Informieren sollte man sich unbedingt, wenn man in anderen Bundesländern Besuche machen will. In Baden-Württemberg beispielsweise gilt eine nächtliche Ausgangssperre von 20 Uhr abends bis 5 Uhr morgens.
Darf ich um Mitternacht vor die Tür gehen, um auf das Neujahr anzustoßen?
Im Gegensatz zu anderen Bundesländern herrscht im Land Bremen keine Ausgangssperre. Vor der eigenen Haustür oder im Garten dürfen die Sektkorken knallen, aber ansonsten gilt weiterhin das Alkoholverbot im öffentlichen Raum: Wer unterwegs ist darf nur mit antialkoholischen Getränken anstoßen.
An- und Versammlungen sind in der Nacht zum neuen Jahr ohne ausdrückliche behördliche Genehmigung nicht gestattet.
Wer das Neujahr mit einem nächtlichen Spaziergang einläuten will: Vielerorts wurde die Maskenpflicht im öffentlichen Raum zum Jahreswechsel entsprechend auch auf die Nachtstunden ausgeweitet wie beispielsweise in der Bremer Innenstadt, in Teilen des Bremer Viertels und anderen Stadtteilen, an beliebten Plätzen wie an der Schlachte, in der Böttcherstraße und dem Schnoor oder auch in der Fußgängerzone und auf dem Bahnhofsplatz in Vegesack.
Kann man dieser Tage noch Feuerwerk kaufen?
Bund und Länder hatten sich bereits am 13. Dezember darauf verständigt, den Verkauf von Feuerwerkskörpern in diesem Jahr zu verbieten. Damit sollte verhindert werden, dass es in der Neujahrsnacht zu großen Menschenansammlungen kommt. Zudem sollen die Notaufnahmen der Krankenhäuser entlastet werden, die normalerweise in der Silvesternacht vermehrt im Zusammenhang mit Böllern Verletzte versorgen mussten.
Feuerwerk am Martini-Anleger an der Weser in Bremen
Keine Böllerei in Bremen. Und auch in Hamburg wird nicht ins neue Jahr geknallt. Bild: Imago | NPH
Fällt das Feuerwerk 2020 also ganz flach?
Im Land Bremen: Ja. Das hat der Senat kurz vor Weihnachten beschlossen und das Bremer Oberverwaltungsgericht mehrere Eilanträge dagegen abgelehnt.
In Niedersachsen hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg das strikte Böllerverbot gekippt. Demnach sind Feuerwerke auf belebten öffentlichen Plätzen, Straßen und Wegen verboten. Welche das genau sind, legt jeweils die Kommune selbst fest. Der Landkreis Diepholz hat beispielsweise verfügt, dass Bürger im gesamten Kreis "nur noch Feuerwerkskörper und Böller auf dem eigenen Grundstück oder auf dem Gehweg direkt vor der eigenen Wohnung" zünden dürfen. Pyrotechnische Gegenstände der Kategorie 2 mit den Kennzeichnung "F2" oder "PII" – wie etwa Fontänen und Vulkane, Feuerwerksraketen und Batteriefeuerwerke – dürfen auch laut Landkreis Verden an Silvester und Neujahr "nur direkt vor dem eigenen Zuhause gezündet werden, nicht aber auf belebten Straßen und öffentlichen Plätzen."
Dürfte man theoretisch alte Feuerwerksbestände abfackeln?
Nicht in Bremen. Das Bremer Böllerverbot gilt auch für bereits gekaufte Feuerwerkskörper. Erlaubt ist lediglich ganzjährlich erwerbbares Jugendfeuerwerk (Kategorie 1). Bei einem Verstoß gegen die Verordnung drohen laut Innenressort Bußgelder in Höhe von 100 Euro fürs Abbrennen sowie 50 Euro fürs Mitführen von Feuerwerk.
Mit welchen Sanktionen muss man rechnen?
Bei Verstößen kann die Polizei Feiernde des Ortes verweisen. Im entsprechenden Amtsblatt steht dazu der Hinweis: "Die Verstöße stellen Ordnungswidrigkeiten dar, ohne dass es einer vorangehenden Anordnung, den Verstoß zu beenden, bedarf."

Bei Verstößen gegen die Corona-Regeln wie Abstandsgebot und Maskenpflicht drohen zudem Bußgelder oder Geldstrafen zwischen 50 und bis zu 5.000 Euro, schlimmstenfalls sogar eine Freiheitsstrafe.

So reagieren die Menschen in Bremen auf das Böllerverbot an Silvester

Video vom 22. Dezember 2020
Das Silvesterfeuerwerk an der Schlachte
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autoren

  • Jens Otto
  • Eva Linke Redakteurin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der neue Morgen, 29. Dezember 2020, 7:40 Uhr