Existenzgründung: Der Mut zur Selbstständigkeit

Wer in Bremen ein eigenes Unternehmen gründen will, hat viele Fragen und bisher ebenso viele Ansprechpartner. Das soll sich ändern – mit dem neuen Start-Haus.

Eine Frau mit Schutzbrille und Schürze gießt eine dickflüssige lila Masse aus einem Topf in eine rechteckige Holzform.
Alles selbst gemacht: Claudia Schreiber siedet die Seifen in ihrem Ladengeschäft. Bild: Aylin Krieger

Mehr als drei Jahre hat Claudia Schreiber darüber nachgedacht, sich selbstständig zu machen. Anfangs fehlte der Mut. Aber nachdem sie im vergangenen Sommer ihren Job verloren hatte, entschied sie sich für das Risiko, schrieb einen Businessplan und informierte sich. Allerdings musste sie dafür von einer Anlaufstelle zur nächsten. Auch wenn sie sich grundsätzlich nicht schlecht betreut gefühlt hat, könnte es Existenzgründern noch einfacher gemacht werden, findet die 49-Jährige.

Betreuung aus einer Hand – von der Idee bis zur Umsetzung

Viele cremefarbige Seifenstücke stehen aufgereiht in einer Kiste.
Mehrere Wochen dauert es, bis die Seife getrocknet ist und zum Waschen genutzt werden kann.

Tatsächlich ändert Bremen gerade etwas. Im sogenannten Start-Haus sollen Gründer künftig unter einem Dach von der Idee bis zur Verwirklichung betreut werden – und zwar inklusive Finanzierungshilfe der Bremer Aufbau-Bank. Noch werden dafür die Strukturen geschaffen. Auch die Mitarbeiter müssen geschult werden. Sie sollen zukünftig Ansprechpartner für alle Fragen eines Existenzgründers sein. Dieses Paten-Modell gab es bislang nicht. Im ersten Quartal 2019 soll es an der neuen Adresse am Domshof losgehen.

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Auffällig an den Gewerbeanmeldungen der letzten Jahre ist, dass die Zahlen für Bremerhaven im Gegensatz zu Bremen rückläufig sind. Wie viele Menschen tatsächlich eine Existenz gründen, wird allerdings statistisch nicht erfasst. Es gibt Zahlen zu Gewerbean- und -abmeldungen. Aber längst nicht für jede Selbstständigkeit oder Freiberuflichkeit muss ein Gewerbe angemeldet werden.

Idealerweise wacht man morgens auf und hat eine zündende Idee, die einen so begeistert, dass man dann versucht, das in ein tatsächliches Geschäftsmodell umzusetzen.

Ralf Stapp, Geschäftsführer Bremer Aufbau-Bank

Schwieriger Sprung in die Selbstständigkeit

Mit einem Gummihammer wird eine Stempel in ein Stück Seife geschlagen.
Jedes Seifenstück wird mit dem Schriftzug „Martha’s“ versehen. Die Ladeninhaberin hat ihr Geschäft nach ihrer Katze benannt.

Claudia Schreiber ist in den letzten Vorbereitungen. Anfang März will sie mit ihrem Online-Shop starten, Ende März dann ihren stationären Laden "Martha's Corner Seifenmanufaktur" in Findorff eröffnen. Benannt hat sie das Geschäft nach ihrer Katze. Als BWLerin und Wirtschaftsrechtlerin hat sie zwar gute kaufmännische Kenntnisse, schwierig genug bleibt der Sprung in die Selbstständigkeit aber trotzdem auch für sie. Ab dem nächsten Jahr soll es für Existenzgründer mit dem Start-Haus dann etwas einfacher werden.

  • Sven Weingärtner

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 13. Februar 2018, 17:20 Uhr