Rund 40.000 Seehunde leben im Wattenmeer – so viele wie im Jahr 1900

Viele Seehunde liegen an einem Strand.

Seehundbestand im Wattenmeer wächst seit Jahren nicht mehr

Bild: DPA | Jochen Tack
  • Im Wattenmeer leben rund 40.000 Seehunde
  • Gesamtbestand ist so groß wie im Jahr 1900
  • Größe der Population ging zuletzt wieder zurück

Die Zahl der Seehunde im Wattenmeer ist weiter stabil und bewegt sich mit einer Gesamtmenge von rund 40.000 in etwa auf dem Niveau des Jahres 1900. Das geht aus Zählflügen des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats in Wilhelmshaven hervor. Die Daten beziehen sich auf den Gesamtbestand im Wattenmeer der Nordsee, umfassen also Deutschland, Dänemark und die Niederlande.

Die Zahl der Seehunde im Wattenmeer stagniert nach Angaben der Experten allerdings seit einem Jahrzehnt, nachdem sie in den drei Jahrzehnten zuvor stark gestiegen war. 1991 trat ein Abkommen zum Schutz der Tiere in Kraft, das Deutschland, Dänemark und die Niederlande gemeinsam geschlossen hatten.

Rückgang um fünf Prozent seit vergangenem Sommer

Gegenüber dem Vorjahr ergab die aktuelle Sommerzählung sogar einen Rückgang von etwa fünf Prozent. Dies hat laut Wattenmeersekretariat jedoch nicht zwingend etwas zu bedeuten. Denn die Ergebnisse werden durch viele Faktoren beeinflusst und und stellen auch nur Näherungswerte dar. So können sich unter anderem auch Witterungsbedingungen auf Zählflüge auswirken.

Der Trend deutet allerdings darauf hin, dass die Seehundpopulation im Wattenmeer der Nordsee nun schon seit 2012 nur noch um etwa ein Prozent im Jahr wächst. Im dänischen Wattenmeer nimmt sie seitdem sogar kontinuierlich ab. "Wir können sicher sein, dass die jahrelange kontinuierliche Zunahme unserer Seehundpopulation zum Stillstand kommt", sagt der Experte Anders Galatius, der den aktuellen Seehundebericht des Wattenmeersekretariats maßgeblich verfasst hast.

Toni Thurm ist Robbenjäger in St. Peter-Ording

Wie Seehundjäger an der Nordsee heute Robben beschützen

Bild: Radio Bremen | Hilke Theessen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 1. November 2021, 15 Uhr