Hafenmitarbeiter zünden Bengalos bei Demo vor Bremer Intercity-Hotel

Verdi-Mitglieder laufen protestierend durch eine Bremer Straße. Sie sind umhüllt von roten und blauen Rauchschwaden.

Verdi ruft Hafenarbeiter zu Demo vor vierter Tarifrunde in Bremen auf

Bild: Radio Bremen | Jens Otto
  • Vierte Tarifrunde für Hafenbeschäftigte ist in Bremen gestartet
  • Rund 150 Menschen demonstrierten vor dem Bremer Intercity-Hotel
  • Weitere Warnstreiks in Häfen nicht ausgeschlossen

"Wir sind der Hafen", skandierten die Demonstrierenden vor dem Firmensitz von BLG und Eurogate im Bremer Viertel. Mitarbeiter der Häfen in Bremerhaven, Wilhelmshaven und Hamburg waren extra für die Demo nach Bremen gereist.

Mit ihren Trillerpfeifen machten sie sich auch vor einem Hotel am Hauptbahnhof bemerkbar. Dort läuft aktuell die vierte Verhandlungsrunde im Tarifstreit – Ende und Ergebnis offen, sagen Vertreter der Gewerkschaft Verdi. Vor dem Hotel zündeten einige der Demonstranten im weiteren Verlauf der Demo auch Bengalos und Feuerwerkskörper. Daraufhin wurde die Demonstration von der Polizei beendet und Verdi sagte die Abschlusskundgebung am Bahnhof ab.

Vorheriger Warnstreik war der erste seit Jahrzehnten

Verdi-Mitglieder ziehen demonstrieren durch eine Straße in Bremen.
Die Demonstrierenden zogen am Vormittag durch die Bremer Innenstadt. Bild: Radio Bremen | Michael Pundt

Verdi fordert für die zwölftausend Beschäftigten der deutschen Seehäfen 1,20 Euro mehr pro Stunde und einen Inflationsausgleich. Die Arbeitgeber haben bisher 90 Cent mehr Stundenlohn angeboten. Scheitern die Verhandlungen heute, könnte es laut Verdi wieder Warnstreiks der Hafenarbeiter geben.

Vor der dritten Verhandlungsrunde hatten bereits Tausende Hafenbeschäftigte in Bremen, Bremerhaven, Wilhelmshaven und Hamburg die Arbeit niedergelegt – es war der erste große Warnstreik der Hafenarbeiter seit Jahrzehnten.

Verdi-Gewerkschaftssekretär Gunnar Appelt sagt, Hafenarbeiter hätten sich Lohnerhöhung verdient – und die Arbeitgeber könnten sie sich auch erlauben.

Es werden Überstunden noch und nöcher gemacht. Die Arbeitgeber kaufen den Beschäftigten Schichten ab, damit sie nicht freimachen, weil ansonsten der Laden nicht läuft. Aber auf der anderen Seite tut man so, als ob das Geld so knapp wäre, dass wir uns überhaupt keine Lohnerhöhung leisten können.

Gunnar Appelt, Verdi-Gewerkschaftssekretär

Hafenstreik im Land Bremen: Mitarbeiter verlangen bessere Bezahlung

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 21. Juni 2022, 6 Uhr