Selbsttests bei Omikron: Bremer Experte erklärt, worauf es ankommt

Eine junge Frau mit FFP2-Maske führt einen Corona-Selbsttest am Schreibtisch durch
Laut Paul-Ehrlich-Institut sollen Schnelltests in erster Linie bei Personen mit einer sehr hohen Viruslast anschlagen, um ein mögliche weitere Infektionen zu verhindern. Bild: DPA | Sven Hoppe

Welche Schnelltests auch bei der Omikron-Variante verlässlich sind, hat das Paul-Ehrlich-Institut untersucht und ein Ranking erstellt. Wie nützlich ist die Liste?

Persönliche Treffen inmitten der vierten Corona-Welle? Viele Bremerinnen und Bremer gehen hier mit Blick auf eine mögliche Corona-Infektion weiterhin auf Nummer sicher und nutzen vorab einen Schnelltest. 'Treffen ja, aber nicht ohne Test' – so lautet dieser Tage wohl das Motto vieler. Für ein möglichst genaues und verlässliches Testergebnis gebe es jedoch einige Punkte zu beachten, so der Bremer Virologe Andreas Dotzauer.

Wie zuverlässig Schnelltests unterschiedlicher Hersteller bei der mittlerweile dominanten Omikron-Variante und unterschiedlichen Viruslasten sind, hat das Paul-Ehrlich-Institut bereits im Dezember 2021 analysiert und ein entsprechendes Ranking erstellt. "Auch wenn man die Tests, die gut abschneiden, vielleicht nicht in jedem Bremer Geschäft findet, ist die Liste meiner Meinung nach sehr nützlich", sagt Dotzauer. Er ziehe sie auch ganz persönlich heran, um sich einen Überblick über das Selbsttest-Angebot im Internet zu verschaffen.

Genaue Durchführung wichtig

Der Virologe der Universität Bremen weist darauf hin, dass auch Schnelltests, die im mittleren Bereich eingestuft wurden, durchaus zuverlässig sein können. Denn unabhängig von sehr hoher oder mittlerer Empfindlichkeit des Schnelltests, bestimme vor allem ein Faktor die Richtigkeit des Ergebnisses: die korrekte Anwendung des Tests. "Natürlich gibt es immer noch Leute, die Fehler machen und das hat natürlich einen großen Einfluss auf das Ergebnis", sagt Dotzauer.

Auch wenn die Omikron-Variante laut dem Experten generell eine höhere Virusmenge mit sich bringt, müssten die einzelnen Schritte der Test-Anleitung genau beachtet werden. Darauf weist auch das Paul-Ehrlich-Institut mit Blick auf das Schnelltest-Ranking hin und fügt hinzu: "Eine Infektion können sie nur detektieren, wenn zum Testzeitpunkt eine hohe Viruslast besteht." Dies gelte ebenso für die Omikron-Variante, heißt es weiter. Zudem seien Antigentests nicht zur sicheren Diagnose einer Corona-Infektion entwickelt worden, sondern "allein um Personen mit einer sehr hohen Viruslast, der damit verbundenen potenziellen Infektiosität und dem Übertragungsrisiko für Kontaktpersonen schnell und einfach zu identifizieren", so das Institut.

Entscheidungshilfen für den Schnelltest-Kauf

Wem die genaue Liste des Paul-Ehrlich-Instituts, in der 245 Antigentests und deren Ergebnisse unter verschiedenen Viruslasten aufgeführt sind, zu unübersichtlich ist, kann auf eine App des IT-Kollektivs "zerforschung" zurückgreifen. Der Barcode-Scanner wird fortlaufend aktualisiert, greift auf die Ergebnisse des Paul-Ehrlich-Instituts zu und kann so abgleichen, wie der jeweilige vorliegende Test im Ranking abgeschnitten hat.

Eine weitere Entscheidungshilfe für oder gegen einen Kauf könnte die Option für einen Abstrich im Rachen sein. Bereits Anfang Januar wiesen Dotzauer und der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb darauf hin, dass sich bei der Omikron-Variante ein Rachenabstrich als Testmethode besonders gut eigne. Der Grund: Omikron breite sich im Rachenraum schneller aus als in den Nasenschleimhäuten, so Zeeb. Andreas Dotzauer empfiehlt für eine höhere Genauigkeit beides, also Nase und Rachen, abzustreichen. "Das funktioniert nicht bei allen Tests, aber es gibt Schnelltests, die durchaus für beides ausgelegt sind", sagt Dotzauer.

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Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 25. Januar 2022, 19:30 Uhr