Bremer Flughafen bietet Airlines ab sofort Bio-Treibstoff an

Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg
  • Bremer Flughafen bietet nachhaltigen Treibstoff an
  • Umbau des Tanklagers dauerte über ein Jahr
  • Airbus ist der erste Kunde

Der Flughafen bietet seinen Airlines ab sofort Sustainable Aviation Fuel (SAF) zum Tanken an. Dabei handelt es sich um Treibstoff, der aus Rohstoffen wie bereits gebrauchten Fetten und Ölen gewonnen wird. Nach Angaben des Flughafens ist Bremen einer der ersten Flughäfen Europas, der sowohl ein eigenes Tanklager für SAF als auch eine feste Lieferkette dafür hat.

Wie Tim Cordßen-Ryglewski, Staatsrat bei der Häfensenatorin, bei einer Pressekonferenz erklärte, produziere SAF während seines gesamten Lebenszyklus bis zu 80 Prozent weniger Kohlendioxid als konventionell hergestellter Treibstoff.

Airbus erster Kunde

Erster Kunde für den neuen Treibstoff aus alten Fetten und Ölen ist der Flugzeugbauer Airbus. Wie Airbus-Sprecher Heiko Stolzke mitteilte, werde Airbus den alternativen Treibstoff ab sofort nutzen, um das Transportflugzeug Beluga in Bremen damit aufzutanken, allerdings vorerst nur zu 39 Prozent pro Tankfüllung. Die übrigen 61 Prozent bilde weiterhin konventionelles Kerosin.

Als Begründung dafür führt Stolzke an, dass der Beluga derzeit nur für maximal 50 Prozent SAF pro Tankfüllung zugelassen sei. "An der Zulassung von 100 Prozent SAF wird aber gearbeitet", so Stolzke. Airbus nutzt SAF nach eigenen Angaben für seine Beluga- und Auslieferungsflüge bereits auch an anderen Standorten. Mit dem Transportflugzeug Beluga befördert Airbus Großbauteile zwischen den einzelnen Produktionswerken in Europa.

Am Bremer Flughafen möchte SAF-Anbieter World Fuel Services künftig allen Kunden die Betankung mit nachhaltigem Kraftstoff anbieten. Vorläufig aber ist Airbus nach Angaben des Flughafens der einzige Kunde für den nachhaltigen Kraftstoff. Ein Grund dafür könnte sein, dass SAF derzeit noch deutlich teurer ist als konventionell erzeugter Kraftstoff.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 10. Mai 2022, 19.30 Uhr