Bremer Justiz prüft Freilassung von Mordverdächtigen

Ein Justitbeamter nimmt einem Mann die Handschellen ab

Bremer Justiz prüft Freilassung von Mordverdächtigen

Bild: DPA | Frank Molter
  • Justizbehörde will Fall genau prüfen, sagt Senatorin Schilling
  • Drei Mordverdächtige mussten freigelassen werden, weil das Verfahren nicht rechtzeitig eröffnet wurde
  • Richterbund macht Überlastung für den Fall verantwortlich

Die Bremer Justizbehörde will den Fall der aufgehobenen Haftbefehle dreier Mordverdächtiger noch einmal eingehend prüfen. Das hat Senatorin Claudia Schilling (SPD) angekündigt. Die drei Mordverdächtigen waren vergangene Woche aus der Untersuchungshaft entlassen worden, weil das Verfahren nicht rechtzeitig eröffnet worden war.

Die Justiz müsse alles dafür tun, dass Haftbefehle nicht mehr aufgehoben werden, weil die Ermittlungen zu lange dauern, sagte Schilling. Die Kritik des Bremischen Richterbundes, dass das Gericht zu wenig Personal habe, wies sie zurück: In den vergangenen Jahren habe das Landgericht immer mehr Mitarbeiter bekommen, von einer Überlastung sei vor der Entlassung der Männer keine Rede gewesen.

Schilling weist Kritik des Richterbundes zurück

Der Richterbund, mache es sich in diesem Fall mit dem bloßen Verweis auf angeblich fehlendes Personal zu einfach, kritisierte Schilling. Denn dieser Fall sei schwierig: Das Landgericht habe einen dringenden Tatverdacht bejaht, die Generalstaatsanwaltschaft habe dagegen die Freilassung der Angeschuldigten wegen fehlender Verdachtsgründe beantragt, so Senatorin Schilling weiter.

Die Justizbehörde werde das Landgericht unterstützen, um den Fall aufzuarbeiten, damit derartiges nicht erneut passiere, so Schilling. Die Männer werden verdächtigt, einen 46-Jährigen getötet, zerstückelt und vergraben zu haben.

Freigelassene Mordverdächtige: Fehlt dem Bremer Landgericht Personal?

Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Lisa-Maria Röhling

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 20. Mai 2022, 6 Uhr