Bremer Linke kritisiert: Diskriminierung bei "Zeitschrift der Straße"

Eine Hand greift in einen Stapel mit Zeitungen.
Bild: Radio Bremen
  • "Zeitschrift der Straße" nimmt keine ausländischen Bewerber mehr
  • Grund sind Beschwerden über aggressives Verhalten
  • Linke spricht von Rassismus

Die Fraktionsvorsitzende der Linken in der Bremischen Bürgerschaft, Sofia Leonidakis, kritisiert den Aufnahmestopp für nicht-deutschsprachige Verkaufsanwärter bei der "Zeitschrift der Straße". Leonidakis bewertet den Schritt als rassistisch und will für die nächste Sitzung der Sozialdeputation eine Berichtsbitte einreichen.

Da werden wir noch einmal drüber sprechen müssen.

Sofia Leonidakis (Linke), Fraktionsvorsitzende

Innere Mission reagierte auf aggressive Zeitungsverkäufer

Träger des Projekts "Zeitschrift der Straße" ist der Verein für Innere Mission. Das Projektteam hatte sich vor wenigen Wochen für einen Aufnahmestopp von nicht-deutschsprachigen Verkaufsanwärtern und Verkaufsanwärterinnen entschieden, nachdem vermehrt Beschwerden über aggressive Verkäufer eingegangen waren. Gleichzeitig dürfe das Verhalten einzelner in keinem Fall auf die ganze Gruppe zurückfallen, hieß es. Diese Aussage sei zwar richtig, sagte Linken-Politikerin Leonidakis. Sie passe dann aber nicht zu dem Aufnahmestopp.

Das Bremer Sozialressort verwies auf die Innere Mission als verantwortlich für das Projekt. "Die Zeitschrift der Straße wird von unserem Haus nicht finanziell gefördert", sagte Ressortsprecher Bernd Schneider auf Anfrage von buten un binnen. Die Innere Mission habe überzeugend dargelegt, dass man die Probleme mit einzelnen Verkäufern bewältigen wolle.

Die Diskriminierung einzelner Gruppen würden weder wir noch der Träger Innere Mission tolerieren.

Bernd Schneider, Sprecher Sozialressort

Nicht alle Straßenverkäufer sind obdachlos

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 28. Oktober 2021, 7:40 Uhr