Staatsanwalt fordert 10.800 Euro Geldstrafe für Bremer Pastor Latzel

  • Staatsanwaltschaft und Verteidigung halten bereits am ersten Prozestag Plädoyers
  • Anklage fordert Geldstrafe wegen Volksverhetzung gegen Pastor Latzel
  • Verteidigung plädiert auf Freipruch und attackiert Staatsanwaltschaft
Video vom 20. November 2020
Pastor Olaf Latzel im Gericht.
Bild: Radio Bremen

Der Prozess gegen den wegen Volksverhetzung angeklagten Bremer Pastor Olaf Latzel verläuft schneller als erwartet. Am Feitag wurden schon am ersten Prozesstag die Plädoyers gehalten. Die Staatsanwaltschaft forderte dabei, eine Geldstrafe von 10.800 Euro gegen Latzel zu verhängen. Aus ihrer Sicht hat der Pastor der evangelischen St. Martini-Gemeinde zum Hass gegen Homosexuelle aufgestachelt. Dabei geht es um eine Rede während eines Eheseminars.

Die Verteidigung plädierte dagegen auf Freispruch. Der Anwalt des Pastors griff dabei die Staatsanwaltschaft scharf an. Sie habe mit falschen Informationen Stimmung gegen seinen Mandaten gemacht, sagte der Verteidiger. Tatsächlich habe der Pastor Homosexuelle nie generalisierend als Verbrecher bezeichnet. Die umstrittenen Äußerungen seien auch nicht von Latzel selbst ins Internet gestellt worden.

Urteil bereits kommende Woche erwartet

Die rund eineinhalbstündige Rede während eines christlichen Eheseminars wurde im Prozess abgespielt. Darin sagt Latzel unter anderem: "Überall laufen diese Verbrecher rum vom CSD und am Rathaus hängt die Regenbogenfarbe. Das sind bewusst anti-christliche Dinge." Die Staatsanwaltschaft wirft Latzel deshalb vor, er habe zum Hass gegen Homosexuelle aufgestachelt. Außerdem verletzten seine Äußerungen die Menschenwürde. Der Prozess gegen den Bremer Pastor findet wegen des großen Andrangs im Konzerthaus Glocke statt. Das Urteil soll bereits am kommenden Mittwoch gesprochen werden.

Rückblick: Pastor Latzel wieder auf der Kanzel

Video vom 5. Juli 2020
Pastor Latzel, der in der St. Martini Kirche predigt.
Bild: St. Martini Gemeinde Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 20. November 2020, 17 Uhr