Ex-Chef von Bremer Entsorgungsfirma Hirsch muss ins Gefängnis

Bild: Radio Bremen
  • Bremer Landgericht verhängt Freiheitsstrafen für zwei Angeklagte
  • Umsatzsteuer wurde nicht ans Finanzamt abgeführt
  • Verteidigung forderte Freispruch

Das Bremer Landgericht hat in dem Prozess um schwere Steuerhinterziehung bei der Bremer Entsorgungsfirma Hirsch das Urteil gesprochen. Zwei ehemaligen Geschäftsführern des Unternehmens und einem weiteren Angeklagten wurde vorgeworfen, Umsatzsteuer in Höhe von fast 19 Millionen Euro hinterzogen zu haben: Zwei Angeklagte müssen nun ins Gefängnis, einer wurde freigesprochen.

Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass einer der beiden ehemaligen Geschäftsführern von Hirsch schuldig ist. In 19 Fällen soll er zwischen 2008 und 2011 besonders schwere Steuerhinterziehung begangen haben. Gegen ihn verhängte das Gericht eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren. Sein jüngerer Bruder, der zweite Geschäftsführer der Firma, wurde freigesprochen. Das Landgericht konnte nicht feststellen, dass er von der Steuerhinterziehung wusste und sie billigte, so die Richterin.

Auch Schrotthändler aus Berlin verurteilt

Der zweite Mann, der jetzt verurteilt wurde, ist ein Schrotthändler aus Berlin. Er hatte ein System mit Scheinfirmen aufgebaut und dabei zusammen mit dem Verurteilten aus Bremen Umsatzsteuer in Millionenhöhe unterschlagen. Unter anderem, weil der Schrotthändler geständig war, fiel für ihn die Haftstrafe milder aus: Er muss zwei Jahre und elf Monate ins Gefängnis.

Bremer Staatsanwaltschaft fordert im Hirsch-Prozess lange Haftstrafen

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 25. April 2022, 19:30 Uhr