Positiver Corona-Selbsttest – und dann? So läuft es in Bremen

Zwei Hände halten einen positiven Antigen-Schnelltest vor sich
Täglich werden neue Corona-Fälle von der Gesundheitsbehörde gemeldet. Selbsttests werden dabei aber nicht erfasst. Bild: Imago | Bihlmayerfotografie

Ausgebuchte Testzentren, lange Warteschlangen ohne Termin. Viele Bremer greifen nun wieder zu Selbsttests. Wir erklären, was bei zwei Strichen zu tun ist.

Die Corona-Fälle in Bremen und Bremerhaven häufen sich. Wer bei einer Erkältung oder vor dem Familienbesuch noch mal sichergehen will, der greift selbst zum Antigen-Schnelltest. Und nach meist 15 Minuten gibt es ein Ergebnis: Ein Strich heißt negativ, alles gut. Zwei Striche bedeuten: Der Test ist angeschlagen und zeigt ein positives Ergebnis.

Das ist allerdings alles andere als positiv. Viele Betroffene machen schnell einen zweiten Test, um sicherzugehen. Oder gar einen dritten. Doch was, wenn das Ergebnis bestätigt wird?

1 Ruhig bleiben

Einmal durchatmen, sich innerlich sortieren und dann sollte das positive Ergebnis durch einen PCR-Test überprüft werden. Gleichzeitig gilt laut Robert-Koch-Institut (RKI): Kontakte vermeiden und zu Hause bleiben, auch der Abstand zu anderen Haushaltsmitgliedern ist ratsam – bis das Ergebnis vorliegt. Kurz gesagt: AHA + L und das am besten zu Hause isoliert. Wer sich beispielsweise bei Freunden oder auf der Arbeit getestet hat, sollte sofort nach Hause gehen und auch auf dem Heimweg Kontakt vermeiden.

Man gilt laut RKI dann als Verdachtsfall, aber ohne Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion.

2 Ohne Symptome: Anruf beim Testcenter

"Ein positiver Schnelltest berechtigt zu einem kostenlosen PCR-Test", heißt es aus dem Bremer Gesundheitsressort. Dabei ist es egal, ob man als geimpft oder genesen gilt. Hat man keine Corona-Symptome, kann man sich in einem der Bremer Testcenter zum PCR-Test anmelden – am besten telefonisch, auch wenn es teilweise schwer ist durchzukommen. Alle Testzentren, die PCR-Tests anbieten, können in Bremen genutzt werden, so Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts Bremen. In Bremerhaven sind dafür die Corona-Anlaufpraxen zuständig.

3 Bei Symptomen: Anruf beim Hausarzt

Hat man vielleicht noch Halskratzen, eine laufende Nase oder andere Symptome, die auf Corona hindeuten könnten, sollte man zunächst seinen Hausarzt oder seine Hausärztin informieren – telefonisch!

Wer keinen Hausarzt hat, kann sich direkt unter der Telefonnummer 116 117 beraten lassen. Auch dort bekommt man einen Termin zum PCR-Test oder die entsprechende Verordnung dafür. Auch da heißt es zum Teil Geduld mitbringen, da oft sehr viele Menschen die Telefonnummer nutzen.

4 Kostenlosen PCR-Test machen

Ob beim Hausarzt oder in der Corona-Teststation. Der PCR-Test ist nach einem positiven Schnelltest kostenlos. Das gleiche gilt bei einer Rotmeldung in der Corona-Warn-App.

Nach dem Test heißt es: warten. In den meisten Fällen liegt das Ergebnis nach bis zu 48 Stunden vor. Das Covid-19-Testcenter-Bremen-Airport schreibt auch seiner Webseite: "In 95 Prozent der Fälle stehen Ergebnisse innerhalb von 24 Stunden nach Erhalt der Probe zur Verfügung."

5 Beim Warten: Kontakte notieren und informieren

Schon nach einem positiven Schnelltest müssen Kontakte reduziert werden, da die getestete Person schon ansteckend sein kann. Deswegen gilt es auch die Personen zu notieren, die man vor dem positiven Selbsttest getroffen hat. Gegebenenfalls ist es auch ratsam, diese schon zu informieren. Zum Beispiel, wenn diese grundsätzlich viele nahe Kontakte haben oder mit vulnerablen Gruppen, also unter anderem Menschen mit Vorerkrankungen und Älteren, zusammen arbeiten.

6 Negatives PCR-Ergebnis

Glück gehabt! Bei andauernden Symptomen hilft der Hausarzt oder die Hausärztin weiter. Beim PCR-Test ohne Symptome, die aber danach auftreten, bleibt auch der erneute Anruf beim Hausarzt.

7 Positives PCR-Ergebnis

Jetzt heißt es in häusliche Quarantäne, egal ob man Symptome hat oder nicht. Das Gesundheitsamt wird automatisch über das positive Ergebnis informiert und benachrichtigt nach Rücksprache auch die weiteren Kontaktpersonen. Wer sein Kontakttagebuch griffbereit hat, kann seine Kontaktpersonen auch selbst informieren. Das geht oft schneller und hilft, Infektionsketten zu unterbrechen.

Die Isolation gilt auch gegenüber anderen Haushaltsangehörigen, bei unvermeidbaren Kontakten sollte gut gelüftet werden. Gemeinsame Räume wie Küche oder Bad sollten zeitlich getrennt genutzt werden.

In der Regel wird die Quarantäne frühestens 14 Tage nach Krankheitsbeginn, also dem positiven PCR-Test, aufgehoben. Im Einzelfall kann das Gesundheitsamt von dieser Angabe abweichen, darüber informiert das Amt.

Was ist los in den Bremer Testzentren?

Bild: Radio Bremen

Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 3. Dezember 2021, 19:30 Uhr