Interview

So will Bremen Pop-Musik noch populärer machen

So will Bremen die Popmusik-Szene fördern

Bild: Imago | Addictive Stock/Jake Jaka

Bremen will die Musikwirtschaft im Land unterstützen und gründet deshalb ein "Pop Office". Wir haben Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt gefragt, was es damit auf sich hat.

Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) hat heute das "Pop Office" vorgestellt. Ziel des Projektes ist es, Bremens Musikszene zu fördern. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt erklärt. wie das funktionieren soll.

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt zu Gast im Studio von buten un binnen.
Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt sorgt unter anderem für die finanzielle Förderung des "Pop Office". Bild: Radio Bremen
Frau Vogt, das Thema "Pop Office" (also Pop Büro) klingt ja erstmal nach einem bunten und heiteren Thema. Wie ist es für Sie, sich in diesen Zeiten mal mit ein bisschen "Spaß" zu beschäftigen?
Natürlich ist Musik etwas, was vielen Menschen Spaß macht. Musik ist Emotion, Feiern und auch oft verbunden mit schönen Erinnerungen. Auch ich bin sehr gerne, soweit es meine Zeit zulässt, auf Konzerten und habe mich nie von meinen Platten getrennt. Ich glaube, dass gerade in diesen Zeiten Musik ein wichtiger Ankerpunkt für viele sein kann, um kurz mal von den schlimmen Nachrichten und vielleicht auch Ängsten abschalten zu können.
Letztendlich geht es beim Pop Office natürlich aber nicht nur um den Spaß, sondern auch darum, die Bremer Musiklandschaft zu unterstützen und neuen Bands und Künstlerinnen und Künstlern bei der Weiterentwicklung zu helfen.
Unter Popmusik kann ja ganz schön viel fallen. Was ist denn überhaupt damit gemeint?
Populäre Musik lässt alle Perspektiven zu, sie beinhaltet kulturelle, mediale und auch wirtschaftliche Einflüsse. Dazu gehören alle Genres und Spielarten populärer Musik. Popmusik lässt sich nicht eindeutig Sparten wie klassischer Musik oder der Neuen Musik oder dem Jazz zuordnen. Das gilt auch für jegliche Formen der genreübergreifenden und experimentellen Popmusik.
Aber was genau macht denn ein "Pop Office"? Wie sieht also das Konzept aus?
Das Pop Office Bremen fördert die Musikwirtschaft und ihre Akteure und Akteurinnen in unterschiedlicher Hinsicht, beispielsweise durch Wissenstransfer zwischen Akteuren und Akteurinnen der Musik- und Kreativwirtschaft. Es agiert als Vermittler, Botschafter, aber auch als Förderer, Berater und Coach. Es bietet Förderprogramme, durch die das kreative Umfeld verbessert werden soll und damit der zukünftige Erfolg von Künstlerinnen und Künstlern.
Und wie wird das Ganze finanziert?
Für die Jahre 2022 und 2023 stellt unser Wirtschaftsressort jeweils 150.000 Euro für das Pop Office Bremen zur Verfügung. Bezahlt werden aus dem Budget auch die Geschäftsführung und das Projektmanagement. Darüber hinaus gibt es durch die Infrastrukturförderung der Initiative Musik 50.000 Euro. Auch sollen zukünftig durch das Pop Office ergänzend Bundesmittel für einzelne Projekte beantragt werden, dafür haben wir jetzt in Bremen schlicht eine Struktur.
Aber woran merken denn wir Bremer und Bremerinnen in Zukunft konkret, dass wir ein "Pop Office" haben?
Dadurch, dass es wichtige Impulse für die bremische Musikszene liefert und innovative Konzepte umsetzt. Musikprojekte, Tourneen oder digitale Produktionen sollen gefördert werden. Aber auch Labelförderung und Mentoring sind denkbar. Wir werden künftig eine Anlaufstelle haben, die direkte Beratung zu Musikthemen gibt, die Förderberatung bietet, aber auch im Coaching Produkte mitentwickelt. Wir werden mehr Vernetzung zwischen den Akteurinnen und Akteure und eine größere Sichtbarkeit von Produkten "Made in Bremen" haben.
Eine Senatorin wird ja oft an konkreten Fakten gemessen. Bei welchen Ergebnissen des Projekts würden Sie davon sprechen, dass das "Pop Office" ein Erfolg war?
Ganz einfach: Wir wollen mehr erfolgreiche Musiker und Musikerinnen und Bands aus Bremen. Aber auch mehr Tourneen über die Landesgrenzen hinaus, mehr Kooperationen mit wichtigen Akteuren und Akteurinnen der Branche bundesweit, mehr Präsenz auf Messen, Kongressen, Festivals von Bremischen Akteuren und Akteurinnen, mehr Ansiedelung von Musikwirtschaft im Land, mehr Sichtbarkeit der hiesigen Musikbranche.
Haben Sie auch einen Lieblingspopinterpreten aus Bremen?
Ich bin unter anderem seit den 80er-Jahren regelmäßig auf Punk-Konzerten in Bremen unterwegs. Wegbegleiter sind für mich zum Beispiel "Degenerate Idol" aus Bremen, die übrigens auch auf einem meiner Geburtstage gespielt haben. Oder die neue Band "Elsen", die gerade vor kurzem ihre erste Record Release Party gegeben hat.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 25. April 2022, 18 Uhr