Fall Joe: Oldenburger Polizei glaubt, dass sich der Junge versteckte

Eine Ermittlerin der Polizei versiegelt in Oldenburg einen Gullydeckel, unter dem der vermisste Junge Joe lebend gefunden wurde.
Bild: DPA | Hauke-Christian Dittrich
  • Joe aus Oldenburg war tagelang verschwunden
  • Ermittler haben mehrfach mit dem Jungen gesprochen
  • Offenbar ging Joe zum Versteckenspielen in die Kanalisation

Nach Befragungen des tagelang verschwundenen Joe aus Oldenburg geht die Polizei einem Bericht zufolge davon aus, dass sich der Achtjährige im Kanalsystem verirrt hatte. Wie die "Nordwest-Zeitung" berichtete, hatte die Polizei in den vergangenen rund vier Wochen mehrfach mit Joe gesprochen. Der Junge versicherte demnach den Beamten glaubhaft, dass er sich die ganze Zeit über alleine im Kanalsystem befunden hatte.

"Er hat erklärt, dass er in das Rohr gekrabbelt ist und dann nicht mehr hinausgefunden hat", sagte Polizeisprecher Stephan Klatte der Zeitung. Die Beamten gingen nach Auswertung von Spuren und Hinweisen davon aus, dass das geistig behinderte Kind durch einen Ablauf in das Regenwasser-Kanalsystem gekrochen sei und dort nach mehreren Metern die Orientierung verloren habe.

Polizei glaubt Joes Aussagen

Wie die "Nordwest-Zeitung" weiter berichtete, nehmen die Beamten nach der Befragung Joes an, dass der Achtjährige zum Versteckspielen in die Kanalisation geklettert war. "Seine Aussagen sind stichhaltig und glaubhaft", sagte Klatte. Ein Fremdverschulden schließen die Beamten demnach weiterhin aus.

Joe war am 17. Juni als vermisst gemeldet worden. Nach acht Tagen intensiver Suche hörte ein Spaziergänger ein leises Wimmern aus der Richtung eines Kanaldeckels und wählte den Notruf. Als die Einsatzkräfte den schweren Deckel nur wenige hundert Meter von Joes Elternhaus entfernt öffneten, fanden sie den Jungen. Er war äußerlich unverletzt, aber unterkühlt.

8-jähriger Joe aus Oldenburg in Gully entdeckt

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 28. Juni 2022, 16 Uhr