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Zwei Meinungen – ein Bremen: Brauchen Grundschüler Noten?

Führen Noten zu Konkurrenzdruck oder geben sie Orientierung? Julian Unbescheid und Wencke Wolak sehen das völlig anders – wie andere Bildungs-Fragen auch. Was meinen Sie? Stimmen Sie ab!

Ein Mann und eine Frau sitzen am einem Tisch.

Julian Unbescheid hat die Schule gerade erst hinter sich gelassen. Der 18-Jährige aus Bremen-Hastedt schloss sie mit der erweiterten mittleren Reife ab. Wencke Wolak hat den Bildungsbereich zu ihrem Beruf gewählt: Die 47-jährige aus Burglesum ist Lehrerin an einem Gymnasium in Niedersachsen. Zu Schulnoten haben beide einen klaren Standpunkt, der weit auseinander liegt. Mit diesen Vorstellungen trafen sie bei der buten un binnen-Aktion "Zwei Meinungen – ein Bremen" aufeinander. Dabei kamen sie auch auf andereThemen: Gymnasium oder Oberschule? Und wie steht es um die Inklusion? Das Video zeigt Auszüge aus dem mehr als einstündigen Gespräch.

Soll das Land Bremen wieder Noten in den Grundschulen einführen?

So wurde abgestimmt

  • Nein. Noten können stigmatisieren. Kinder brauchen eher individuelle Rückmeldungen darüber, wie sich ihre Leistung entwickelt. 40%.
  • Ja. Kinder müssen lernen, mit Bewertungen umzugehen. Außerdem geben Noten eine klare Orientierung über den Leistungsstand. 54%.
  • Ich weiß nicht. Beides hat Vor- und Nachteile. 6%.

Abgegebene Stimmen: 322

Das Ergebnis der Umfrage ist nicht repräsentativ

Alle Oppositionsparteien haben das Thema "Schulnoten" in ihre Wahlprogramme aufgenommen. Einzig die Linke will Noten in allen Schulen vollständig abschaffen. Die CDU dagegen fordert die Einführung von Noten in den Grundschulen ab der dritten Klasse. Das fordern auch FDP und Bürger in Wut. Die AfD spricht ebenfalls davon, Zensuren wieder einführen zu wollen.

Auch das Thema der Schulform wollen einige Parteien angehen: So will die CDU sicherstellen, dass das zweigliederige Schulsystem mit Oberschulen und Gymnasien erhalten bleibt. Die FDP fordert mehr Gymnasien für das Land Bremen, sie sollen also nicht nur erhalten, sondern auch neu gegründet werden. Die Bürger in Wut wollen zurück zu Realschule, Gymnasium und Förderschule.

Alle Gespräche in der Übersicht

Einer ist dafür, der andere dagegen: Jörg Fengler aus dem Bremer Viertel will, dass die Innenstadt Bremens autofrei wird. "Meine Vision ist, autofrei vom Bahnhof bis zur Schlachte", sagt der 50-Jährige. Der Kaufmann und Gastronom lebt und arbeitet im Viertel. Für ihn ist klar: Die City muss attraktiver werden. Jörg Schomburg wohnt am nördlichsten Ende Bremens, in Farge. Von dort fährt er täglich in die Innenstadt zur Arbeit – mit dem Auto. Aber auch in seiner Freizeit nimmt er den Pkw. Würde er noch in der City einkaufen, wenn sie autofrei wäre?

In einem Café in Vegesack haben sich die Männer getroffen. Sie wollten mit jemandem sprechen, der politisch anders denkt als sie selbst. Das Video zeigt ihr Gespräch.

Zwei Männer sitzen in einem Café in Bremen

Die Grünen in Bremen haben dieses Thema in ihr Wahlprogramm aufgenommen. Sie fordern eine autofreie Innenstadt bis 2030. Die anderen Parteien haben sich bislang nicht für einen solchen Schritt ausgesprochen oder sind dagegen.

  • Birgit Reichardt

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 2. April 2019, 9:35 Uhr