Niedersachsens Ministerpräsident Weil gegen harten Lockdown

  • In Niedersachsen würden die Zahlen sinken, so Weil im ZDF
  • Er habe große Zweifel an weiteren Maßnahmen
  • Viele Menschen hätten ihr Verhalten geändert
Niedersachsen Ministerpräsident Stephan Weil bei einer Rede im Landtag
Stephan Weil ist gegen weitere Maßnahmen. Bild: DPA | Hauke-Christian Dittrich

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sieht derzeit keinen Anlass für eine bundesweite Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen. "Für Niedersachsen habe ich da große Zweifel, unsere Zahlen sinken", sagte Weil am Donnerstag im "Morgenmagazin" des ZDF. Für weitere Belastungen, besonders für Familien, sehe er "schlichtweg die Umstände nicht". Trotz der Osterfeiertage sei derzeit kein exponentieller Anstieg bei der Zahl der Neuinfektionen in Niedersachsen zu erkennen.

Für Niedersachsen gab das Robert Koch-Institut (RKI) die Zahl der neuen Ansteckungen binnen einer Woche bezogen auf 100.000 Einwohner mit 76,7 an. Allerdings weist das Institut darauf hin, dass die Zahlen wegen der Osterfeiertage niedriger ausfallen könnten, als sie tatsächlich sind.

Weil: "Wollen die Familien nicht so stark belasten"

"Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen ihr Verhalten geändert haben, und das ist entscheidend", sagte Weil. Das wolle er unterstützen, nicht aber erneut "die Familien so stark belasten, wie wir das in großen Teilen der letzten Monate schon hatten". 

Die Forderung von CDU-Chef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet nach einem "Brücken-Lockdown" kritisierte er als zu unbestimmt. "Ich sehe mit großer Sorge, dass hier einfach ein Begriff in die Runde geworfen wird und kein Mensch weiß, was damit gemeint ist", sagte Weil. 

Laschet fordert "Brücken-Lockdown"

Laschet hatte am Montag beim Besuch eines Impfzentrums in Aachen vorgeschlagen, die Bund-Länder-Konferenz vorzuziehen und einen kurzen, aber harten Lockdown zu beschließen. Mit einem solchen "Brücken-Lockdown" könnten die Corona-Infektionen auf ein niedrigeres Niveau gedrückt werden, das dann durch Testungen gehalten werden könne, bis mehr Menschen geimpft seien.

Die Bundesregierung unterstützt im Grundsatz die Forderung des CDU-Chefs. Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer sagte dazu am Mittwoch in Berlin: "Ein gemeinsames bundeseinheitliches Vorgehen wäre hier wichtig."

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Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Nachrichten, 8. April 2021, 8 Uhr