Bremens Bürgermeister wirbt in Weihnachtsansprache für Optimismus

In seiner ersten Weihnachtsansprache als Bürgermeister hat Andreas Bovenschulte ein Kernanliegen: Er will Zuversicht wecken. Zudem freut er sich über die "Weltoffenheit" der Bürger.

Ab 18 Uhr finden Sie an dieser Stelle das Video mit der Weihnachtsansprache in voller Länge.

Andreas Bovenschulte vor dem Bremer Rathaus
Bild: Senatskanzlei Bremen

In seiner ersten Weihnachtsansprache als Bremens Bürgermeister hat Andreas Bovenschulte (SPD) für mehr Optimismus plädiert und sich stolz auf Bremens Offenheit gezeigt. Seit knapp vier Monaten ist der Bürgermeister im Amt. Doch bereits in dieser kurzen Zeit habe er die Menschen im Land als neugierig, aufgeschlossen und hilfsbereit erlebt, sagte Bovenschulte.

1 Stolz auf die Weltoffenheit Bremens

Für Bovenschulte hätte es "kein schöneres Weihnachtsgeschenk geben können": Denn laut einer jüngeren Umfrage verbinden viele Bremer ihre Heimatstadt hauptsächlich mit dem Begriff "weltoffen". Die Bremer seien neugierig auf andere Menschen und bereit zu helfen, wenn andere in Not seien. Das habe sich besonders beim Bremer Kapitänstag im September gezeigt. Dort war die Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete zu Gast. Die junge Frau sei nach der Rettung der Geflüchteten im Mittelmeer stark angefeindet worden, erzählt Bovenschulte. Doch die Kapitäne in Bremen hätten ihren Mut anerkannt. "In solchen Momenten bin ich besonders stolz darauf, dass Bremen und Bremerhaven zwei weltoffene Städte sind."

In Bremen und Bremerhaven wird Solidarität gelebt. Etwa vor gut drei Monaten in der oberen Rathaushalle. Mehr als 300 Gäste feierten da nicht nur den Kapitänstag, sondern auch Carola Rackete. Eine junge Frau, die im Mittelmeer Geflüchtete vor dem Ertrinken gerettet hat und deshalb angefeindet wird. Nicht nur in Italien, wo ihr sogar Gefängnis drohte, sondern auch in Deutschland – ihrem Heimatland. Angefeindet, weil sie etwas getan hat, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Nämlich: Menschen in Not das Leben zu retten. Angefeindet, aber nicht hier in Bremen. Die Kapitäne hier haben sie gefeiert für ihren Mut, dass sie sich mit den Behörden angelegt hat, um Menschenleben zu retten.

Andreas Bovenschulte
Andreas Bovenschulte, Bremens Bürgermeister

2 "Bremen hat eine starke Wirtschaft und eine starke Wissenschaft"

Bovenschulte plädierte in seiner Ansprache für mehr Zuversicht: "Lassen Sie uns optimistisch in die Zukunft schauen. Ich finde, wir haben allen Grund dazu." Das Land Bremen hat laut dem Bürgermeister mehrere Stärken in den Bereichen Wissenschaft und Wirtschaft. Etwa die Platzierung der Universität Bremen im internationalen Ranking der besten "jungen Universitäten", das vom Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlicht wird, sowie das Alfred-Wegener-Institut und das Wasserstoff-Projekt in Bremerhaven. Zudem sei die Hansestadt in der Luft- und Raumfahrt Spitze.

Wir Bremerinnen und Bremer neigen oft dazu, die Zukunft grauer zu malen, als sie eigentlich ist. Skeptisch zu sein, wo Optimismus angebracht wäre. Unsere Heimat ein Stück negativer zu sehen, als es berechtigt wäre. Da hilft hin und wieder der Blick von außen. Lassen Sie uns gemeinsam hoffnungsvoll in die Zukunft blicken und diese gemeinsam ein Stück besser machen.

Andreas Bovenschulte
Andreas Bovenschulte, Bremens Bürgermeister

3 Danksagung an Bürger und Bürgerinnen für soziales Engagement

Bovenschulte hat sich im Namen des Senats bei den vielen bedankt, die sich täglich für andere einsetzen. Sei es in den Familien, der Nachbarschaft, in ehrenamtlichen Vereinen, Gewerkschaften oder religiösen Gemeinschaften. Das sei eine wichtige Stütze für die Gesellschaft, sagte er.

Unsere beiden Städte haben eine starke, lebendige und solidarische Zivilgesellschaft, in der die Starken die Schwachen stützen, in der keiner und keine als 'hoffnungsloser Fall' alleine bleiben muss, sondern Hilfe und Solidarität finden kann.

Andreas Bovenschulte
Andreas Bovenschulte, Bremens Bürgermeister

Mehr zum Thema:

Autorin

  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 24. Dezember 2019, 18 Uhr