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Scharfer Ton in der SPD: Reinken fordert Rückzug von Sieling und Aulepp

  • Reinken: Nach der katastrophalen Niederlage müsse man über Personal reden
  • Bürgermeister und Landeschefin seien nicht mehr die Richtigen
  • Man dürfe nicht einfach so weitermachen wie bisher
SPD Abgeordneter Dieter Reinken an der Bremer Schlachte.

Nach der katastrophalen Niederlage sei es falsch, einfach so weiter zu machen wie bisher, sagte SPD-Politiker Dieter Reinken buten un binnen. Damit stößt er die Personaldebatte an, die die Partei bisher vermieden hat. "Wir haben uns das am Montag verkniffen, aber ich glaube, dass es richtig ist, über Personal zu reden", so Reinken weiter.

Wenn ich über Personal diskutiere, dann fange ich oben an. Dann stelle ich mir dir Frage: Ist der, den wir für das Amt des Bürgermeisters vorgesehen haben, noch richtig? Ich sage: Das geht so nicht mehr.

Dieter Reinken, SPD Bremen

Gleiches gelte für die SPD-Landesvorsitzende Sascha Aulepp. Sieling sei nicht mehr der Richtige, weil ein Teil solcher Wahlniederlagen auch immer auf Personen zurückgehe. "Wir haben gespürt, dass wir mit Carsten – so fleißig, so gut er ist, so gute Erfolge er auch erzielt hat, so sehr ich ihn auch mag – nicht die Durchschlagskraft in der Bevölkerung erzielen, die wir brauchen", sagte Reinken. Das sei auch an den Ergebnissen der Personenstimmen zu erkennen. Deswegen müsse die SPD jetzt schmerzhafte Entscheidungen treffen.

"Duo der Verlierer"

Die Partei solle mit einem neuen Spitzenduo in die Koalitionsverhandlungen hineingehen. Mit dem jetzigen Duo könne die Partei nicht verhandeln, "ohne aus seiner Situation der Schwäche heraus zu kommen". Reinken kritisierte im Gespräch mit buten un binnen auch einen offenbar vereinbarten Deal. Demnach will die SPD noch zwei Jahre mit Sieling weitermachen und ihn dann von Andreas Bovenschulte ablösen lassen. "Das kann sich die Nomenklatura so ausdenken, das nimmt uns aber in der Bremer Bevölkerung keiner mehr ab", sagte Reinken.

Sollte es zu Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und Linke kommen, sei es nötig, der anderen Seite zu signalisieren: "'Wir haben jemanden, der hart verhandeln kann, der das für vier Jahre macht'."

So ist es ein Duo der Verlierer, das antritt und sagt: 'Was müssen wir Euch geben, damit Ihr gemeinsam mit uns?' Das funktioniert nicht.

Dieter Reinken, SPD Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 29. Mai 2019, 19:30 Uhr