Interview

Ärger um Lesumbrücke: "Dann werden wir ungemütlich"

Die marode Lesumbrücke nervt Anwohner und Pendler. Ein Aktionsbündnis wirft dem Bauressort behäbiges Krisenmanagement vor – und baut Druck auf.

Die gesperrte Lesumbrücke sorgt für viel Stau.
Die Staus rund um die Lesumbrücke strapazieren die Nerven der Anwohner und Pendler.

Der Weg über die A 27 nach Bremen-Nord und zurück ist alles andere als ein Spaß – Grund ist die marode Lesumbrücke, die zum Teil gesperrt und deswegen nur auf einer Seite befahrbar ist. Das sorgt für Staus und damit für jede Menge Ärger. Jetzt hat sich ein Aktionsbündnis gebildet, das Kritik am Bauressort übt. Der Vorwurf: Die Maßnahmen seien halbherzig. Werner Müller, Initiator des "Aktionsbündnisses Lesumbrücke Jetzt", fordert klare Verhältnisse.

Herr Müller, was hat Sie dazu bewogen, in Bremen-Nord ein Aktionsbündnis zur Lesumbrücke zu gründen?
Wir leiden an einem Informationsmangel. Wir haben aus der Presse erfahren, dass es zehn Jahre dauern soll, bis die Brücke fertig ist. Und daraus ist unser Unmut gewachsen. Und deswegen wollen wir mehr Informationen haben, wollen konkret wissen, wie es weiter geht. Wir haben jetzt gehört, dass Materialproben entnommen wurden, dass es aber ein halbes Jahr dauert, bis man die Ergebnisse hat. Es gibt eine ganz Reihe von Leuten, mit denen ich diskutiere, die noch mehr Sachverstand haben als ich – und die finden da auch eine ganze Menge Kritikpunkte und die wollen wir jetzt klären.
Sie wollen, dass schnellstmöglich eine ganz neue Brücke gebaut wird?
Daran werden wir nicht vorbeikommen. Das ist unsere Meinung. Die Experten hier in Bremen, aber auch im Bund – das ist ja eine Bundesbrücke – sollen uns die Planungen so erklären, dass wir das nachvollziehen können. Wenn wir wissen, dass da mit Nachdruck dran gearbeitet wird, haben wir kein Problem. Dann werden wir auch keine Aktionen starten. Nur: Sollten wir merken, dass das auf die lange Bank geschoben wird oder dass das verwaltungstechnisch abgewickelt wird, dann werden wir ungemütlich.
Aus dem Verkehrsressort heißt es: Wir müssen erst mal schauen, was aus der Untersuchung des Stahls herauskommt. Und das kann bis zu einem halben Jahr dauern. Können Sie das nachvollziehen?
Ich kenne einige Leute, die in solchen Labors gearbeitet haben. Die sagen, wenn das mit Nachdruck gemacht wird, dann müsste es normalerweise schneller gehen. Ich bin kein Experte. Ich verlasse mich darauf, was das Amt für Straßen und Verkehr dazu sagt. Trotzdem stelle ich die Frage: Gibt es nicht doch noch Wege, um diesen Prozess zu beschleunigen?
An welche Wege denken Sie dabei?
Viele von uns kommen aus der Stahlbranche und wissen, dass der Stahl, der damals produziert wurde, nicht für 100 Jahre gemacht ist. Und wir wissen auch, dass die Planung dieser Brücke unter ganz anderen Verkehrsumständen stattgefunden hat, so dass diese Brücke gar nicht entsprechend richtig (für die heutigen Verhältnisse) geplant werden konnte. Uns geht es uns um die Kernfrage: Wie schnell geht es, dass es auch einen Neubau geben wird? Denn das ist für uns das Ausschlaggebende. Eine Behelfsbrücke ist keine Dauerlösung. Wir wollen einfach nicht zehn Jahre warten, bis dort endlich etwas geregelt ist.

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  • Kirsten Rautenberg

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier beginnt, 6. März 2019, 8:10 Uhr