Wohninvest bestätigt Kauf von Coca-Cola-Grundstück

  • Immobilienkonzern hat sich das Grundstück gesichert
  • Vertreter von Wohninvest erklärt in Beirat Pläne
  • Stadt Bremen will bei der Gestaltung mitreden
Ein Mann steht für ein Interview vor der Kamera.

Ein Vertreter des schwäbischen Immobilienunternehmens Wohninvest hat erstmals bestätigt, dass die Firma das Coca-Cola-Gelände im Bremer Stadtteil Hemelingen gekauft hat. Zu Details wollte sich Projektentwickler Konstantin Hägele gegenüber buten und binnen aber nicht äußern. Auf Einladung des Hemelinger Beirats nahm er an der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung teil.

Ein demonstratives Signal an die Bürger, dass der Investor nicht über ihre Köpfe hinweg planen will, sei der Besuch. "Wir sehen das Potential, wir sehen die Notwendigkeit, hier etwas zu tun. Und das würden wir gern gemeinsam mit der Stadt tun", sagte Hägele. Bei den Stadtteilpolitikern und den rund 30 Zuschauern kam das gut an. In einem Bürgerbeteiligungsverfahren haben sie ihre Wünsche für die künftige Nutzung des Areals formuliert: Viele Wohnungen, Einzelhandel, um die Hemelinger Bahnhofsstraße zu stärken und Kleingewerbe entlang der Bahnlinie.

Wohninvest ist vor allem in Süddeutschland tätig

Bislang ist Wohninvest in Bremen nur als Namenssponsor für das Weserstadion in Erscheinung getreten, macht seine Geschäfte vor allem in Süddeutschland. Doch der Konzern will künftig auch im Norden Fuß fassen. Und Hemelingen soll der Anfang sein. Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht.

Am Dienstag wird sich auch die Stadtbürgerschaft mit der künftigen Entwicklung Hemelingens befassen. Die Koalitionsfraktionen SPD, Grüne und Linke fordern in einem Dringlichkeitsantrag unter anderem eine sogenannte Veränderungssperre für die Flächen von Coca Cola und Könecke. Das würde sicherstellen, dass ein Investor das Areal nicht einfach auf eigene Faust bebauen darf. Wohninvest sieht das nach Angaben von Projektentwickler Hägele gelassen.

Stadt will sich Vorkaufsrecht sichern

Die Stadt will nach eigenen Angaben Einfluss auf die zukünftige Gestaltung des Geländes nehmen. Das ehemalige Werksgelände von Coca-Cola und der Wurstfabrik Könecke direkt nebenan umfasst insgesamt ein acht Hektar großes Gebiet, das als neues Zentrum für Hemelingen entwickelt werden soll. Geplant ist eine gemischte Bebauung mit über 400 Wohnungen, Gewerbe und einem Supermarkt.

Der Senat hatte sich bereits auf ein sogenanntes Vorkaufsrecht für das gesamte Areal geeinigt, um seine Vorstellungen von der Entwicklung des Stadtteils durchsetzen zu können. Auch die Stadtbürgerschaft will sich voraussichtlich am Dienstag mit dem Thema befassen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 18. November 2019, 20 Uhr